ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2009Universitätsklinikum Rostock: Patientensimulator für die medizinische Ausbildung

TECHNIK

Universitätsklinikum Rostock: Patientensimulator für die medizinische Ausbildung

EB

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Dr. Gernot Rücker präsentiert „Igor“, den Patientensimulator des Uniklinikums Rostock. Foto: UKR
Dr. Gernot Rücker präsentiert „Igor“, den Patientensimulator des Uniklinikums Rostock. Foto: UKR
Er atmet, der Puls schlägt, und er zeigt die unterschiedlichsten Krankheitssymptome: Die Universität Rostock hat einen neuartigen Patientensimulator zur medizinischen Ausbildung erhalten. „Der Simulator wird unsere Ausbildung auf eine ganz neue Stufe heben“, sagte Dr. Gernot Rücker, Leiter der Rostocker Simulationsanlage für Notfallausbildung (RoSaNa) am Universitätsklinikum Rostock. „iSTAN“, so der Fabrikname des Modells des US-amerikanischen Herstellers METI, wurde exakt nach der menschlichen Anatomie gebaut und ist mit einem eigenen physiologischen System ausgestattet: Es können der Blutdruck gemessen, Herz-, Lungen- und Bauchgeräusche abgehört oder auch künstlich blutende Wunden behandelt werden. Der Hightechpatient kann sitzen und mittels kabelfreier Technologie selbstständig atmen, was durch einen in den Körper integrierten Kompressor möglich wird.

Durch einen eingebauten Lautsprecher und ein korrespondierendes Mikrofonsystem können die Ausbilder der Puppe sogar ihre Stimme leihen. Mehr als 60 Medikamentenprofile sind in der Software der Puppe hinterlegt, die in gleicher Weise wie ein Mensch auf die Behandlungen reagiert. Damit lassen sich viele Krankheitsbilder imitieren. Haupteinsatzgebiet soll das Training lebensbedrohlicher Krankheitsbilder sein, bei deren Behandlung im Notfall jeder Handgriff sitzen muss.

In der Rostocker Simulationsanlage für Notfallausbildung führen Ärzte und Pflegepersonal des Uniklinikums Seminare und Schulungen für Studierende, Ärzte, Pflegepersonal, Rettungsdienstmitarbeiter und verwandte Berufe durch. Die Anlage besteht aus einem 3-Betten-Seminarraum und einer 3-Betten-Intensivstation für Patientensimulatoren. Sie umfasst drei voll ausgestattete Beatmungsbetten, Notfallsets (Defibrillatoren, Medikamente, mobile Beatmungsgeräte) sowie eine komplette Rettungswagenausrüstung. Mehr als 40 Modelle – von Erwachsenen- bis zu Neugeborenenpuppen – werden vorgehalten. Die Lehrgänge finden in den Räumen der RoSaNa am Uniklinikum Rostock oder auch außerhalb statt. EB
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema