ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2009KV-System: Eigene Versäumnisse
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Natürlich muss Herr Stüwe als Chefredakteur des Organs der BÄK und KBV einem Erhalt des KV-Systems den Mund reden, aber das geht selbst auf „Seite eins“ objektiver. Man könnte einräumen, dass es die KBV selbst war, die die Zeichen der Zeit übersehen hat und der inneren Kündigung ihrer Mitglieder nicht entgegengewirkt hat. Man muss auch nicht so tun, als ob die Überbürokratisierung des Arztberufes nur die Schuld der anderen ist, nein, auch wir Ärzte selbst und damit auch die KVen haben kräftig dabei mitgeholfen, indem in den fetten Jahren das Geld mit beiden Händen ausgegeben wurde und damit die eigenen und auch die Ansprüche der Patienten in heutzutage unbezahlbare Höhen geschraubt wurden und daher Reglementierungen nötig wurden. Wer dazu am Schluss seines Beitrags Hausarztverträge brandmarkt mit dem Verzicht der freien Arztwahl, war wohl schon länger nicht mehr im Praxisalltag und kennt scheinbar auch die Geldvernichtung durch Mehrfach- und medizinisch nicht indizierte Untersuchungen nicht. Solange die Ärzteschaft nicht dazu in der Lage ist, sich selbst kritikfähig, wahrhaftig und glaubwürdig an der Diskussion zu beteiligen und aufzuhören mit der Selbstbedienungsmentalität, kann sie nicht erwarten, dass sich am Gesundheitssystem irgendetwas zum Positiven für alle, insbesondere aber für die Nachgeborenen, ändert.
Dr. med. Alexander Voigt, Frankenstraße 13, 97078 Würzburg

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