ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2009HPV-Impfung: Kosten und Nutzen
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Die jährlichen 6 200 Neuerkrankungen an Zervixkrebs beziehen sich auf die weibliche Bevölkerung von 42 Millionen, also eine von 6 800 Frauen. Von 1 000 Todesfällen bei Frauen sind vier durch Zervixkrebs verursacht und davon eventuell drei mit HPV assoziiert. Da bis 70 Prozent der Frauen im geschlechtsreifen Alter mit HPV konfrontiert werden, ist der Übergang in eine persistierende HPV-Infektion mit Krebsrisiko selten und Spontanheilung die Regel. Ist dafür der immense GKV-Kostenaufwand vertretbar, wenn weiter gynäkologische Vorsorge nötig bleibt und Primärprävention oft möglich ist? Eine Kosten-Nutzen-Bewertung nach dem Sozialgesetzbuch (siehe DÄ 7/2009) käme zu einem „Nein“. Denn der HPV-Impfung, bei jetzigen Daten und Kosten, fehlen die Angemessenheit und Zumutbarkeit der Kostenübernahme durch die Versichertengemeinschaft. Das gilt auch dann, wenn Zusatznutzen berücksichtigt wird, z. B. unabhängig vom IQWiG ermittelt. Mehr ergänzende, systematische Beobachtung zur Sicherung des Nutzens von HPV-Impfungen ohne GKV-Leistung ist vertretbar. Wenn der Leiter des Paul-Ehrlich-Instituts im DÄ das Statement abgibt „Es ist absolut unethisch, auf ein Karzinom zu warten“, dann berücksichtigt er nicht, dass es gynäkologische Vorsorge als GKV-Leistung gibt.
Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. J. M. Wenderlein,
Eythstraße 14, 89075 Ulm
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