ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2009Filmkalender: Im Kino andere Welten entdecken

KULTUR

Filmkalender: Im Kino andere Welten entdecken

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LNSLNS Auf der Leinwand geht es in diesem Monat um alles oder nichts. Das Deutsche Ärzteblatt stellt alle vier Wochen eine Auswahl sehenswerter Neustarts vor.´

Komödie
Ab 7. Mai:
Das Spiel der Träume
Der goldene Westen, für viele Menschen in Sri Lanka ein unerreichbares Ziel. Auch ein Barkeeper und ein Straßenverkäufer haben schon in feiner Sonntagskleidung versucht, Visa für Deutschland zu bekommen – ohne Erfolg. Da entdecken sie eine Zeitungsnotiz: Eine bayerische Handballmannschaft sucht für ein Turnier ein Team ausgerechnet aus ihrem Land, der Cricket-Nation. Das ist also die Gelegenheit! Das Duo rekrutiert weitere „Spieler“, obwohl niemand weiß, was Handball überhaupt ist. Am Ende dürfen 23 Menschen nach Bayern und werden begeistert in Empfang genommen. Doch deren Plan, sofort unterzutauchen, misslingt. Uberto Pasolini („Ganz oder gar nicht“) erzählt die unglaubliche, aber wahre Geschichte mit Sympathie und subtilem Witz.
Sri Lanka/Italien 2008, 111 Minuten

Foto: Sony Pictures
Foto: Sony Pictures
Thriller
Ab 14. Mai:
Illuminati
Dan Browns erfolgreiche Bestsellerreihe, die bereits die Vorlage für den „Da Vinci Code – Sakrileg“ bildete, sorgt erneut für spannende Unterhaltung mit Staraufgebot. Harvardprofessor Robert Langdon (Tom Hanks), Spezialist für Symbologie, entdeckt Beweise für die Wiederauferstehung des einst mächtigsten Geheimbunds der Geschichte: die Illuminati. Deren Erzfeind ist die katholische Kirche. Als nach dem Tod des Papstes ein Nachfolger gewählt werden soll, entführt ein verrückter Fanatiker vier der aussichtsreichsten Kandidaten für das Amt und tötet sie grausam. Mit der schönen Wissenschaftlerin Vittoria Vetra (Ayelet July Zurer) versucht Langdon auf einer atemlosen Hetzjagd quer durch Rom zu verhindern, dass der Vatikan ausgelöscht wird.
USA 2009, 138 Minuten (FSK: 12)

Ab 21. Mai:
Public Enemy No. 1 – Todestrieb
Jean-François Richets zweiteiliger Thriller „Mesrine“ kassierte 2009 in Paris drei „Césars“ für Film, Regie und Hauptdarsteller. Vincent Cassel spielt die Titelrolle des berüchtigten französischen Gewaltverbrechers Jacques Mesrine. War der erste Teil („Mordinstinkt“), seit 23. April hier im Kino zu sehen, noch ein knallharter Krimi, beschäftigt sich „Todestrieb“ nunmehr mit den seelischen Untiefen des selbst ernannten Rebellen. Mesrine kehrt hier nach Frankreich zurück und genießt mit seiner neuen Geliebten Sylvie (Ludivine Sagnier) sein Leben als Promi. Dabei überfällt er weiterhin serienweise Banken und bekämpft den Staat wie ein Terrorist.
Frankreich 2008, 133 Minuten (FSK: 16)

Dokumentation
Ab 7. Mai:
Die wundersame Welt der Waschkraft
Der vielfach ausgezeichnete Regisseur Hans-Christian Schmid („Lichter“, „Requiem“) beschreibt sehr fesselnd die Folgen der Globalisierung. Dazu richtet er den Blick auf die Lebens- und Arbeitswelt an der deutsch-polnischen Grenze. Akkord-
arbeit und Niedriglöhne bestimmen den Alltag der 400 Frauen, die in der polnischen Kleinstadt Gryfino Schmutzwäsche aus Berliner Nobelhotels wie dem Hyatt säubern. In der Wäscherei des deutschen Unternehmers Fliegel ackern auch die
alleinerziehende Beata und Monika, die eigentlich Ärztin werden wollte. Die Dokumentation beschreibt anschaulich ihre Träume und ihre Arbeit – und kommt dabei völlig ohne Kommentar aus.
Deutschland 2009, 97 Minuten

Ab 28. Mai:
In die Welt
Eine Geburtsklinik in Wien ist Schauplatz des „besten österreichischen Dokumentarfilms 2008/2009“, der zudem mit dem „3sat“-Preis zum besten deutschsprachigen Dokumentarfilm 2008 gekürt wurde. Regisseur Constantin Wulff verweigert konsequent Fernsehkonventionen: Er liefert keine menschelnden Porträts werdender Mütter, sondern richtet den Blick ganz sachlich auf das archaische Erlebnis Geburt und den Krankenhausalltag. „Nüchtern und zugleich von physischer Wucht, intim, doch nicht voyeuristisch, distanziert, aber nie teilnahmslos“, lobt die „3sat“-Jury den Film.
Österreich 2008, 88 Minuten
Sabine Schuchart

DVD-Tipp
Ein erfülltes Leben
Er operierte Prominente wie Kaiser Wilhelm II. oder den deutschen Reichspräsidenten Friedrich Ebert und verhalf der Rückenmarkanästhesie zum Durchbruch. Prof. Dr. med. August Bier (1861–1949) war ein international renommierter Chirurg, der ab 1907 in Berlin praktizierte. Das Porträt führt vor Augen, wie breit der Blickwinkel des ganzheitlich denkenden Mediziners war: So beschäftigte er sich intensiv mit Gebieten wie der Homöopathie oder der Hyperämie. Heraklits Leitsatz von der gesunden Harmonie der Gegensätze bewies er eindrucksvoll anhand des Ökosystems Wald: Auf seinem riesigen Gut Sauen in Brandenburg legte er einen artenreichen Mischwald an, der zu einem Leitbild für moderne Forstwirtschaft und Naturschutz wurde (siehe auch www.stiftung-august-bier.de).

Uli Aumüller: „August Bier – Der Chirurg, der Bäume pflanzte“, circa 50 Minuten, 20 Euro. Bezug über Alma-Barkey-Film, Sybelstraße 35, 10629 Berlin,
Telefon: 0 30/31 50 41 25
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