ArchivDeutsches Ärzteblatt PP5/2009Poliomyelitis: Erneute Ausbreitung in Afrika

AKTUELL

Poliomyelitis: Erneute Ausbreitung in Afrika

Meyer, Rüdiger

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Eine Infektion mit Polioviren kann zu bleibenden Lähmungen führen. Foto: Caro
Eine Infektion mit Polioviren kann zu bleibenden Lähmungen führen. Foto: Caro
Die Polio hat sich in den letzten Monaten wieder ausgebreitet, wie die jüngsten Zahlen der Welt­gesund­heits­organi­sation zeigen. In Afrika seien in 14 Ländern importierte Erkrankungen aufgetreten, berichtet auch die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-gesellschaften (IFRC).

Trotz der mehr als zwei Jahrzehnte andauernden Bemühungen ist es bisher nicht gelungen, die Polio auszurotten. In den vier Ländern Nigeria, Indien, Pakistan und Afghanistan ist die Erkrankung weiterhin endemisch. Als kritisch gilt die Situation in Nigeria, das bereits 2004/05 Ausgangspunkt einer Erkrankungswelle war, die sich über eine Route südlich der Sahara bis zum Sudan verfolgen ließ.

Von dort wurden einzelne Infektionen in den Jemen und nach Saudi-Arabien sowie vermutlich über den Mekka-Tourismus bis nach Indonesien getragen, was sich durch genetische Untersuchungen der Viren nachweisen ließ. Die Erkrankungswelle mit 1 200 Fällen konnte damals nur durch zusätzliche Impfkampagnen (Kosten: 150 Millionen US-Dollar) gestoppt werden.

Nachdem die Erkrankungszahlen zwischenzeitlich zurückgingen, werden seit Anfang letzten Jahres wieder vermehrt Fälle aus Nigeria gemeldet. Innerhalb weniger Monate kam es zu importierten Erkrankungen in nunmehr 14 afrikanischen Ländern – von Niger und Ghana im Westen bis zum Sudan im Osten und der Republik Kongo und Angola im Süden.
Die Bestätigung von ersten Poliofällen in der Hafenstadt Port Sudan lässt das IRFC befürchten, dass eine Ausbreitung nach Asien bevorstehen könnte. rme
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema