ArchivDeutsches Ärzteblatt PP5/2009Honorarreform: Nicht so dramatisch
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LNSLNS Die fundamentale Kritik an der Honorarreform verwirrt mich. Aus Berichten in der PP-März-Ausgabe geht hervor, dass lediglich zwei KVen, Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg, im Vergleich zu 2008 insgesamt weniger Geld erhalten, jedoch immer noch mehr als im Vergleich zu 2007. Die Gesamtvergütung der niedergelassenen Ärzte beispielsweise in Baden-Württemberg stieg in den vergangenen zwei Jahren um 2,5 Prozent und sinkt jetzt im Vergleich zu 2008 um 3,4 Prozent, sodass die niedergelassenen Ärzte in Baden-Württemberg ein Minus von einem Prozent hinnehmen müssen. Das ist zwar unangenehm, aber keine wirkliche Katastrophe. Noch besser sieht die Lage in dem zweiten betroffenen Bundesland, Schleswig-Holstein, aus, wo auf einen Zuwachs von 6,3 Prozent ein Minus von 0,7 Prozent folgt. Alle anderen KVen erhalten ein höheres Gesamtvergütungsvolumen, und da frage ich mich, wieso Dr. Andreas Köhler, Vorstandsvorsitzender der KBV, das gesamte System infrage stellt und sogar mit kollektiven Rücktritten der KV-Vorstände droht. Arbeitet Köhler an der Selbstabschaffung der Kassenärztlichen Vereinigungen? Erst in den letzten beiden Absätzen des Artikels wird Köhler mit den Worten zitiert, dass die Einkommensverwerfungen in manchen Regionen wohl doch nicht so dramatisch sind, wie viele behaupten. Es sieht so aus, als ob viele Standesvertreter mit unredlichen Argumenten und falschen Zahlen arbeiten. Das setzte sich fort im Leser-Forum, wo Freymann, Dahm und Wienforth die Einnahmen von Psychiatrischen Institutsambulanzen mit denen niedergelassener Psychotherapeuten vergleichen. Ich darf den Genannten versichern, dass die niedergelassenen Psychotherapeuten noch niemals Fallpauschalen erhalten haben, sondern Stundenhonorare (von einigen Ausnahmen abgesehen). Auch habe ich noch nie gehört, dass die Institutsambulanzen ein dreifach höheres Honorar erhalten als die niedergelassenen Psychotherapeuten. In einem Satz: Seit nunmehr 30 Jahren wird gewarnt, dass das KV-System kurz vor dem Zusammenbruch steht. Ich kann es langsam nicht mehr hören.
Dr. Gerald Mackenthun, Psychologischer Psychotherapeut, Annastraße 36, 39108 Magdeburg
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