ArchivDeutsches Ärzteblatt20/2009Drogen- und Suchtbericht: Komasaufen unter Jugendlichen weiterhin verbreitet

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Drogen- und Suchtbericht: Komasaufen unter Jugendlichen weiterhin verbreitet

Dtsch Arztebl 2009; 106(20): A-952 / B-816 / C-792

afp

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Die Drogenbeauftragte Sabine Bätzing (SPD) stellte den Bericht vor. Foto: dpa
Die Drogenbeauftragte Sabine Bätzing (SPD) stellte den Bericht vor. Foto: dpa
Exzessives Trinken unter Jugendlichen hat im vergangenen Jahr abgenommen, bleibt aber weitverbreitet. Nach dem in Berlin vorgelegten Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung sank der Anteil der Jugendlichen, die sich einmal im Monat in einen Rausch trinken, 2008 um fünf Punkte auf gut 20 Prozent. Bei jedem Zwölften sei die getrunkene Menge reinen Alkohols allerdings riskant oder gefährlich.

Fast sieben Prozent der zwölf- bis 17-jährigen Jungen nehmen dem Bericht zufolge im Schnitt mehr als 24 Gramm reinen Alkohol zu sich. Bei knapp sechs Prozent der gleichaltrigen Mädchen waren es mehr als zwölf Gramm, was der Menge eines kleinen Pils entspricht. Diese Jugendlichen weisen damit ein „riskantes“ Trinkverhalten auf. Auch die bereits früher veröffentlichte Zahl der Jugendlichen mit Alkoholvergiftung illustriere das Ausmaß des Problems, erklärte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing (SPD). 2007 waren mehr als 23.000 junge Leute im Alter zwischen zehn und 20 Jahren wegen einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus behandelt worden – anderthalb Mal mehr als 2000. Dem Bericht zufolge sind rund 9,5 Millionen Menschen in Deutschland alkoholabhängig oder riskieren durch Alkoholkonsum ihre Gesundheit.

Auch der Tabakkonsum in Deutschland ist trotz eines „gesellschaftlichen Bewusstseinswandels zum Nichtrauchen“ kaum gesunken. Immer noch raucht jeder dritte Erwachsene, bei Jugendlichen gibt es aber eher einen Trend zum Nichtrauchen.

Von den illegalen Drogen wurde Cannabis auch 2008 am häufigsten konsumiert. Weiterhin hat knapp jeder zehnte Jugendliche einmal Haschisch oder Marihuana probiert. Auch der Konsum harter Drogen, wie Heroin, Kokain oder Esctasy, war stabil oder leicht rückläufig. Die Zahl der Drogentoten stieg hingegen um 55 auf 1 449 an. afp
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