ArchivDeutsches Ärzteblatt20/2009Randnotiz: Wasser in den 80-Euro-Wein

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Randnotiz: Wasser in den 80-Euro-Wein

Dtsch Arztebl 2009; 106(20): A-953 / B-817 / C-793

Rieser, Sabine

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LNSLNS Der Mai gilt als Wonnemonat. Doch bei den Hausärzten ist davon nichts zu spüren. Sie nehmen es den Krankenkassen übel, dass sie den Abschluss von Hausarztverträgen blockieren. Zuletzt demonstrierten nordrhein-westfälische Hausärzte am 6. Mai in Düsseldorf. Ihr Ziel: Verträge wie in Bayern und Baden-Württemberg mit rund 80 Euro Honorar pro Fall.

Dr. med. Heinrich Miks, Internist aus Hamm, der mit Fach- und Hausärzten zusammenarbeitet, regt die Fixierung auf die gelobten 80 Euro auf. Sie führe in die Irre, behauptet er. Miks Rechnung: Derzeit bekommt ein Hausarzt in Westfalen-Lippe pro Fall rund 32 Euro. Rechnet man Leistungen wie Labor oder Impfungen hinzu, sind es circa 48 Euro. Demgegenüber erscheinen 80 Euro schon verlockend.

Nur, so Miks, die Honorarsumme, die für alle Hausärzte zur Verfügung stehe, werde bei 80 Euro geringer. Denn in Bayern und Baden-Württemberg müssten sich die Patienten einschreiben; pro Patient werde also nur einmal ein Honorar ausgelöst. Im Bundesdurchschnitt suchten jedoch Patienten rund 1,4 Hausärzte pro Quartal auf. Das heißt, mehr als einer verdient.

In Westfalen-Lippe müssten die Kassen je eingeschriebenen Patienten mindestens 90 Euro bezahlen, um die Honorarverluste in der Summe auszugleichen. Denn die Fallmenge würde sich um 30 bis 40 Prozent reduzieren. Angemessen wären aus Sicht von Miks allerdings mindestens 100 Euro.

Er findet es wichtiger, realistisch zu rechnen, als darüber zu streiten, ob Verträge mit oder ohne KV geschlossen werden sollten: „Wer auch immer ein überzeugendes Honorar aushandelt, bei dessen Vertrag wäre ich morgen dabei.“
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