ArchivDeutsches Ärzteblatt20/2009Gesundheitskarte: Beeinflusst
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In der von der Techniker Krankenkasse in Auftrag gegebenen Studie zur E-Card hätten, so wird berichtet, drei Viertel der Befragten der folgenden Aussage zugestimmt: „Ich finde es gut, wenn meine medizinischen Daten zentral an einem sicheren Ort gespeichert werden.“ Dass der Auftraggeber Umfrageergebnisse beeinflusst, insbesondere durch die Formulierung der Fragen, ist eine Binsenweisheit. Insofern ist selbstverständlich auch die in meiner Praxis durchgeführte Umfrage „gefärbt“. Aber der Unterschied im Ergebnis ist so krass, dass er mir mitteilenswert erscheint. In meiner Praxis lautete die Frage an die Patienten: „Möchten Sie, dass in Zukunft Ihre persönlichen Arzt- und Krankenhausberichte nicht mehr in der Praxis Ihres Hausarztes, sondern in einem bundesweiten Computernetz gespeichert werden?“ Die Antwort war zu über 90 Prozent Nein. Gern würde ich einmal den Originalfragebogen der Techniker Krankenkasse sehen. Es gibt zwar Internetlinks zu den Umfrageergebnissen, aber nicht den Fragebogen. Ich befürchte, wieder einmal waren die Fragen einer interessengeleiteten Umfrage so formuliert, dass die Patienten den Eindruck erhielten, es würde nur um eine neue, modernere Chipkarte gehen. Und hat es irgendwo diese Frage gegeben? „Sind Sie einverstanden mit einem weiteren Anstieg Ihrer Krankenkassenbeiträge für ein Telematikprojekt, dessen Nutzen noch nicht erwiesen ist?“ . . .
Wilfried Deiß, Löhrtor 5, 57072 Siegen
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