ArchivDeutsches Ärzteblatt20/2009Patientenverfügung: Missverständnisse ausräumen
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. . . Herrn Professor Loebe vom Methodist DeBakey Heart and Vascular Center in Houston ist zu danken, dass er die Umstände, die zu DeBakeys Operation führten, ausführlich aus der Perspektive des Beteiligten schildert und dabei Missverständnisse ausräumt, die sich durch die reduzierte Darstellung in der „New York Times“ eingestellt haben. Leider haben uns bei der Abfassung des Artikels keine weiteren Quellen zur Verfügung gestanden. Da eine klare Willensäußerung DeBakeys wohl nicht erkennbar war, verwahrt sich Professor Loebe zu Recht gegen unsere Aussage, die Operation müsse als Körperverletzung und als gravierender Verstoß gegen das Selbstbestimmungsrecht des Patienten gewertet werden. Der Vorwurf des „naturalistic fallacy“, den die Professoren Borasio und Frick in ihrem Leserbrief gegen unsere Diskussion des nunmehr zum Teil fiktiven Falles erheben, beruht auf einer verkürzten Interpretation unserer differenzierten Argumentation. Nicht der glückliche Ausgang der Operation, sondern der in dem Beispiel erkennbare Prozess des Abwägens und die dabei vorgebrachten Argumente, die der Komplexität der Situation gerecht wurden, führten uns zu der letztlich positiven Wertung dieses in vielerlei Hinsicht besonderen Falles. Nach wie vor bleibt für uns fraglich, ob eine (immer auch verallgemeinernde) gesetzliche Regelung zur Verbindlichkeit von Patientenverfügungen tatsächlich zur Wahrung der individuellen Patienteninteressen beitragen und den verantwortlichen Ärztinnen und Ärzten in solch komplexen Entscheidungssituationen helfen kann.

Literatur bei den Verfassern
Dr. med. Charly Gaul, Neurologische Klinik,
Universitätsklinikum Essen, Hufelandstraße 26, 45147 Essen
PD Dr. med. Jürgen Helm, Institut für Geschichte und Ethik der Medizin, Martin-Luther-Universität
Halle-Wittenberg, Ernst-Grube-Straße 40, 06097 Halle/Saale
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