ArchivDeutsches Ärzteblatt20/2009Patientenverfügung: Nicht in Deutschland
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Leider entspricht der Artikel von Matthias Loebe in wichtigen Punkten nicht dem deutschen Recht. In Texas mag es so sein, dass die Ehefrau des Patienten im Falle der Zustimmungsunfähigkeit „an seine Stelle“ tritt; in Deutschland ist das aus guten Gründen keineswegs so. Wenn weder eine aktuelle Direktive des Patienten noch ein explizit eingesetzter Rechtsvertreter (das muss nicht die Ehefrau sein) vorhanden ist, hat der Arzt die schwere Aufgabe, den mutmaßlichen Willen des Patienten zu erkunden. Dabei können ihm die Angehörigen helfen; er darf aber die Verantwortung nicht auf sie abschieben. Wenn keinerlei Hinweise auf die Meinung des Patienten gefunden werden können, muss der Arzt in der Regel für die Erhaltung des Lebens entscheiden. Nicht der Arzt hilft den Angehörigen bei der Entscheidung, wie es im Text heißt, sondern umgekehrt helfen die Angehörigen gegebenenfalls dem Arzt bei seiner Entscheidung; zum Beispiel können sie übereinstimmend und glaubhaft über Meinungsäußerungen des Patienten berichten. Uneingeschränkt zustimmen kann man der Forderung des Autors, dass Ärzte gebraucht werden, die in diesem Gebiet besser ausgebildet sind.
Dr. med. Dipl.-Psych. Andreas Kernbichler
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