ArchivDeutsches Ärzteblatt20/2009Hirnstrommessung: Gelfrei mit flexiblem Helm

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Hirnstrommessung: Gelfrei mit flexiblem Helm

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Die gelfreie EEG-Kappe könnte künftig die aufwendige Prozedur ersetzen, mit der die Elektroden auf der Kopfhaut angebracht werden. Foto: Fraunhofer FIRST
Die gelfreie EEG-Kappe könnte künftig die aufwendige Prozedur ersetzen, mit der die Elektroden auf der Kopfhaut angebracht werden. Foto: Fraunhofer FIRST
Forscher des Fraunhofer-Instituts für Rechnerarchitektur und Softwaretechnik (FIRST), Berlin, haben den ersten Prototypen für ein gelfreies Elektroenzephalogramm (EEG) vorgestellt (www.first.fraunhofer.de). Er funktioniert auf Basis von sechs verteilten Kontaktsensoren, die die Hirnaktivitäten auf der Kopfhaut messen. Die erreichte Spannung genügt, um EEG-Potenziale im Mikrovoltbereich zuverlässig aufzuzeichnen.

Herkömmliche EEG-Geräte müssen vor der Messung aufwendig am Kopf der Patienten angebracht werden. Die einzelnen Elektroden werden mit Leitgel gefüllt, um den Kontakt zur Kopfhaut herzustellen. Die Einrichtung eines solchen EEG dauert rund 30 Minuten. Mit dem alternativen System dauert dies nur noch etwa zwei Minuten. Dazu haben die Wissenschaftler sechs Elektrodenarrays (kleine nadelförmige Elektrodenstecker) sowie eine Referenzelektrode auf einem flexiblen Helm montiert. Der Prototyp soll zunächst für Forschungszwecke – vor allem im Bereich der Brain-Computer-Interfaces (BCI) – eingesetzt werden. Bei einem BCI werden Gehirnsignale mittels EEG ausgelesen, klassifiziert und in Steuersignale für einen Computer umgewandelt. So können zum Beispiel Probanden, die sich Bewegungen der rechten oder linken Hand vorstellen, mithilfe eines BCI auf der Grundlage ihrer Imagination einen Cursor nach rechts oder links bewegen. EB
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