ArchivDeutsches Ärzteblatt20/2009Krankenhaus-IT: Umfrage zur Anwendbarkeit

TECHNIK

Krankenhaus-IT: Umfrage zur Anwendbarkeit

Dtsch Arztebl 2009; 106(20): A-996 / B-850 / C-824

EB

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Foto: GMDS
Foto: GMDS
Die Arbeitsgruppe klinische Arbeitsplatzsysteme der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e.V. (GMDS) hat im April 2009 eine Erhebung zur Anwendbarkeit (Usability) von IT-Systemen in Krankenhäusern gestartet. „Durch den steigenden Kostendruck sind die Krankenhäuser auf eine kontinuierliche Optimierung ihrer Arbeitsprozesse angewiesen, was ohne eine effiziente IT-Unterstützung nicht mehr möglich ist. Die Medizininformatik bietet hier viele innovative Lösungsansätze, die allerdings noch nicht die von uns erwartete Verbreitung gefunden haben“, betonte Prof. Dr. Klaus Kuhn, Präsident der GMDS. Zwar stehen inzwischen viele hilfreiche Funktionalitäten in den Softwarepaketen der Kliniken zur Verfügung, diese werden aber häufig aus unterschiedlichen Gründen nicht genutzt.

In der Erhebung werden Effektivität, Effizienz, Anwenderzufriedenheit und Softwareergonomie untersucht. Viel Wert legt die Umfrage auf die Ursachenanalyse: Liegt es an der Software selbst, wenn diese etwa nur teilweise genutzt wird, oder bestehen eher Defizite in Schulung, Konfiguration und Support? Die Antworten auf diese Fragen sollen einen Wegweiser für die Planung künftiger wissenschaftlicher Projekte und Entwicklungen der Industrie sowie für die IT-Struktur in den Krankenhäusern darstellen.

Der Verband der Hersteller von IT-Lösungen im Gesundheitswesen (VHitG) e.V. unterstützt die wissenschaftliche Arbeit als ein Element des jährlichen „VHitG Branchenbarometers“. Auf der Basis der Studie will er einen besseren Einblick in die Probleme beim Einsatz von IT in den Krankenhäusern erhalten.

Für die Erhebung wurden sämtliche Klinikleitungen in Deutschland angeschrieben und darum gebeten, einen Link auf den Online-Erhebungsbogen an die Mitarbeiter der einzelnen Kliniken weiterzuleiten. „Es ist für die Studie wichtig, dass vor allem die Anwender, die mit den Systemen aktiv arbeiten, an der Erhebung teilnehmen. Denn IT-Probleme entstehen meist an der letzten Strecke, also bei den Mitarbeitern am Krankenbett“, erläuterte Dr. Rainer Röhrig, Studienleiter der Usabil-IT-Studie. Ein Anreiz zur Teilnahme an der Studie wird durch das Angebot einer individuellen Auswertung der Ergebnisse der einzelnen Klinik gesetzt. Diese können zum Vergleich mit anderen Einrichtungen herangezogen werden und so eigene Stärken und Schwächen aufdecken. Mit Ausnahme der Auswertung für die einzelnen Kliniken selbst werden alle Daten anonymisiert weiterverarbeitet. EB

Ansprechpartner
für die Studie:
Dr. Rainer Röhrig,
Klinik für Anästhesiologie,
Intensivmedizin, Schmerztherapie, Justus-Liebig-Universität Gießen,
35392 Gießen, E-Mail:
rainer.roehrig@chiru.med.uni-giessen.de
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