ArchivDeutsches Ärzteblatt20/2009Behindertenrecht: Gleiche Bildung für alle

BILDUNG

Behindertenrecht: Gleiche Bildung für alle

Ftenogianni, Dia

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Der gemeinsame Schulunterricht behinderter und nicht behinderter Kinder sollte nach Ansicht zahlreicher Verbände zur Regel werden. Foto: Photothek
Der gemeinsame Schulunterricht behinderter und nicht behinderter Kinder sollte nach Ansicht zahlreicher Verbände zur Regel werden. Foto: Photothek
Verbände fordern Integration von behinderten Kindern in allgemeinbildenden Schulen.

Mit der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention muss endlich begonnen werden. Dazu riefen der Sozialverband Deutschland (SoVD), der Deutsche Behindertenrat (DBR) und die Elterninitiative „Gemeinsam leben – gemeinsam lernen“ im Vorfeld des Internationalen Aktionstages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen Anfang Mai in Berlin auf.

„Die Bundesländer müssen jetzt ein verbindliches Aktionsprogramm für inklusive Bildung vorlegen“, forderte Adolf Bauer, Präsident der SoVD. Die UN-Konvention verpflichte die Bundesrepublik eindeutig zu einer Einbeziehung behinderter Menschen in allen Lebensbereichen – inklusive dem Bildungswesen.

Der gemeinsame Schulbesuch behinderter und nicht behinderter Kinder sollte unbedingt zur Regel werden. „Derzeit besuchen nur 15,7 Prozent Kinder mit Behinderungen die allgemeinbildende Schule. In vielen europäischen Staaten liegt der Anteil behinderter Schüler an allgemeinbildenden Schulen bei 60 Prozent, in Norwegen und Schweden sogar bei mehr als 90 Prozent“, kritisierte Hannelore Loskill, Sprecherratsvorsitzende des Deutschen Behindertenrates.

Sibylle Hausmanns, Projektleiterin der Elterninitiative, erklärte: „In den vergangenen Jahren wurden Tausende von Kindern gegen ihren und ihrer Eltern Willen und mit der Billigung der Gerichte in Förderschulen eingeschrieben. Jetzt hat sich die juristische Lage verändert und Eltern werden die neuen Möglichkeiten nutzen, um das Regel-Ausnahme-Verhältnis zwischen inklusiver und separierender Bildung umzukehren.“

Die Ratifizierung der UN-Konvention über die Rechte behinderter Menschen sieht vor, dass allen behinderten Menschen Bildung ohne Diskriminierung zugänglich und verfügbar sein muss. Diese soll eine vollständige soziale Integration und Entfaltung der Persönlichkeit eines jeden Kindes fördern.
Dia Ftenogianni
Anzeige

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.

Fachgebiet

Zum Artikel

Der klinische Schnappschuss

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote