ArchivDeutsches Ärzteblatt21/2009Krankenhäuser: Gewinn auf wessen Kosten?
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„Munteres Wachstum in den nächsten Jahren“ verspricht der Vorstandsvorsitzende der Sana-Kliniken. Auf den ersten Blick ein motivierender Artikel, der sich vom allgemeinen Pessimismus abhebt . . . Folgt man den Empfehlungen der Politiker und sieht in der Krise eine Chance für die Zukunft, so lohnt es sich, zumindest zwei Aussagen von Dr. Philippi kritisch zu hinterfragen. „Die Sana-Kliniken AG haben 2008 erstmals mehr als eine Milliarde erlöst.“ Die (solidarisch finanzierten) Krankenkassen sollen im Rahmen des DRG-Systems die wahren Kosten einer Behandlung decken und keine zusätzlichen Gewinne sichern. Wenn die Sana-Aktiengesellschaft trotzdem Gewinne macht, zahlen entweder die Krankenkassen zu viel (liegt dieser unwahrscheinliche Fall vor, sind die Krankenkassenbeiträge und damit die Lohnnebenkosten zu senken), oder, und das ist wahrscheinlicher, die Gewinnmaximierung erfolgt auf Kosten der Mitarbeiter und Patienten. Für die Zukunft ist daher die Frage zu beantworten, ob es in einem solidarisch finanzierten System Konzerne geben darf, die Gewinne machen. „Strategisch ist eine solche Teilprivatisierung zweifellos geschickt“ – bezogen auf Sana wahrscheinlich eine zutreffende Aussage. Ähnlich wie beim Cross border leasing, welches, als Erfolgsmodell in den letzten Jahren propagiert, jetzt riesige Löcher in die Haushalte reißt, wird den Kommunen die Privatisierung empfohlen. Sollte aber nicht vielmehr die Frage lauten, warum es privaten Trägern – im Gegensatz zu den Kommunen – gelingt, schwarze Zahlen zu schreiben? Ist es wirklich nur „die größere Marktmacht des Konzerns“? Warum gelingt es den Kommunen nicht, gemeinsam alles zu „bündeln“ und „standardisieren“, um als „großer Nachfrager erhebliche Preisnachlässe rauszuhandeln“? So könnten die Kommunen die Gewinne, welche bisher durch Sana und andere Unternehmen gemacht werden, selbst realisieren und damit die klammen Haushalte aufbessern . . .
Prof. Dr. Mario Rüdiger, Eibauerstraße 12, 01324 Dresden
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