ArchivDeutsches Ärzteblatt21/2009Arztgeschichte: Fotos auf Zimmertüren
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Aus der einfühlsamen Geschichte „Labyrinth“ hätte ich während meines Studiums mehr lernen und behalten können als aus mancher trockenen Vorlesung. Vor meinem Ruhestand arbeitete ich in einer geriatrischen Rehaklinik. Jetzt, nach drei Jahren Abstand, fällt mir beim Lesen der Arztgeschichte einiges wieder ein. Frage: Ist es nicht möglich, in einem sterilen Heim auf der Türe zum Zimmer (Flurseite) ein großflächiges Foto mit einem gewohnten/bekannten Lieblingsmöbel aus dem Zimmer und zum Beispiel dem geliebten Stofftier aufzukleben? Frage: Ist es nicht möglich, dass zur Entlastung des Pflegepersonals Menschen ohne Ausbildung zum Altenpfleger, die Liebe, Achtung und gesunden Menschenverstand mitbringen, herumirrende Damen und Herren begleiten, mit ihnen sprechen, spielen oder Märchen erzählen? Ich kann mir die Albträume einer Schwester vorstellen, die sagt, sie könne jetzt nicht helfen, weil es anderswo mehr „brennt“ . . . Frauen und Männer, die in der Geriatrie arbeiten – Menschen, die berufsbedingt mehr oder weniger traumatisiert werden – sollten vielleicht in der Öffentlichkeit auch mal gelobt werden. Anerkennung für eine schwere und psychisch belastende Tätigkeit scheint mir noch viel wichtiger zu sein als die hoffentlich bald angemessene Bezahlung.

Dr. med. Gisela Sittner, Joseph-Seitz-Straße 57, 97076 Würzburg
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