ArchivDeutsches Ärzteblatt21/2009HTA-Bericht: Verfahren zur Darmkrebsvorsorge im Vergleich

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HTA-Bericht: Verfahren zur Darmkrebsvorsorge im Vergleich

Dtsch Arztebl 2009; 106(21): A-1052 / C-869

EB

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Endoskopie zur Darmkrebsfrüherkennung. Der HTA-Bericht ist in der DAHTA-Datenbank beim DIMDI kostenfrei als Volltext abrufbar (www.dimdi.de). Foto: dpa
Endoskopie zur Darm­krebs­früh­erken­nung. Der HTA-Bericht ist in der DAHTA-Datenbank beim DIMDI kostenfrei als Volltext abrufbar (www.dimdi.de). Foto: dpa
Ein vom DIMDI – Deutsches Institut für medizinische Dokumentation und Information, Köln, veröffentlichter HTA-Bericht sieht in der Computertomografie-Koloskopie (CTC) noch keine Alternative für die Früherkennung oder Diagnose von Darmkrebs („Effektivität und Effizienz der CT-Koloskopie im Vergleich zur konventionellen Koloskopie in der Dickdarmkrebsdiagnose und -früherkennung“). In beiden Fällen bleibe die konventionelle endoskopische Untersuchung des Dickdarms sowohl medizinisch als auch ökonomisch das günstigere Verfahren. Allerdings könne sich dies aufgrund der raschen Weiterentwicklung der CTC künftig ändern.

Der HTA-Bericht untersucht, wie wirksam und wirtschaftlich die konventionelle Koloskopie und die CTC sind. Die herkömmliche endoskopische Untersuchung des Dickdarms gilt als Goldstandard in der Darmkrebsdiagnostik. Sie wird im Rahmen der Krebsfrüherkennung von den Krankenkassen erstattet. Über die Diagnose hinaus ermöglicht sie auch therapeutische Maßnahmen (Polypenentfernung). Die rein diagnostische CTC ist ein computergestütztes, röntgendiagnostisches Verfahren, dessen Kosten die Kassen derzeit nicht übernehmen. Da sie nicht invasiv verläuft, könnte sie die Akzeptanz eines Darmkrebsscreenings in der Bevölkerung erhöhen. Auch das Komplikationsrisiko durch Perforation ist geringer als bei einer herkömmlichen Koloskopie. Nebenwirkungen durch die beim endoskopischen Verfahren immer häufiger durchgeführte Sedierung entfallen. Allerdings ist bei der CTC die Strahlenbelastung zu berücksichtigen.

Zur Wirksamkeit der CTC als Diagnose- und Screeningtool fanden die Autoren teils vielversprechende Ergebnisse. Allerdings stammen diese häufig aus Studien mit limitierter Aussagekraft. Bestenfalls erreichte das computergestützte Verfahren annähernd gleich hohe Sensitivitätswerte wie die herkömmliche Koloskopie. Insgesamt variierten die Ergebnisse zur Effektivität jedoch stark. Die CTC könne deshalb hinsichtlich ihrer Erkennungsgüte nicht als gleichwertige Alternative zum konventionellen Verfahren gesehen werden.

Wirtschaftliche Vergleiche der beiden Verfahren liegen nur für die Screeningsituation vor. Ausländische Modellrechnungen bezeichnen das CTC-Screening verglichen zur Option „kein Screening“ zwar als kosteneffektiv. In den meisten modellierten Szenarien führt das Koloskopie-Screening jedoch zu größeren Gesundheitseffekten bei gleichzeitig geringeren Kosten. Allerdings seien diese Ergebnisse nicht direkt auf Deutschland übertragbar, so die Autoren. Zudem sollten auch aus ethischen Gesichtspunkten Patientenpräferenzen hinsichtlich der Untersuchungen eine Rolle spielen. EB
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