ArchivDeutsches Ärzteblatt21/2009Medien: Kritik an RTL-Serie „Eltern auf Probe“

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Medien: Kritik an RTL-Serie „Eltern auf Probe“

Gieseke, Sunna

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Teenager mit Kinderwunsch „leihen“ sich in der Serie fremde Kleinkinder. Ziel: Sie sollen ihre Familienplanung überdenken. Foto: RTL/Frank Hempel
Teenager mit Kinderwunsch „leihen“ sich in der Serie fremde Kleinkinder. Ziel: Sie sollen ihre Familienplanung überdenken. Foto: RTL/Frank Hempel
Das Wohl von Kindern darf nicht zugunsten von Einschaltquoten gefährdet werden. Das haben verschiedene ärztliche und psychotherapeutische Kammern gefordert. Anlässlich der bevorstehenden Erstausstrahlung der RTL-Dokumentationsserie „Eltern auf Probe“ verlangen zahlreiche Experten, das Format unverzüglich einzustellen.

In der Serie, die am 3. Juni startet, werden Säuglinge und Kleinkinder von ihren Eltern getrennt und für vier Tage in die Obhut von Teen-agern mit eigenem Kinderwunsch gegeben. „Diese Sendung gefährdet das Wohl der Säuglinge und Kleinkinder“, erklärte der Vizepräsident der Ärztekammer Niedersachsen, Dr. med. Gisbert Voigt. „In den ers-ten beiden Lebensjahren sind Kleinkinder in einer äußerst sensiblen Phase. Sie brauchen die Nähe und Fürsorge ihrer Eltern, deren Stimmen, Gerüche und Berührungen.“

Die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) fordert in diesem Zusammenhang strengere Mediengesetze, die Säuglinge vor solchen Fernsehexperimenten schützen sollen. Eine zu lange Trennung von den Eltern könne für ein kleines Kind schnell zu einem traumatischen Erlebnis werden, sagte Peter Lehndorfer, Vorstandsmitglied der BPtK.

Das Kindeswohl sei selbst durch psychologische Betreuung im Umfeld nicht gesichert, kritisiert die Kinderkommission im Deutschen Bundestag. Auch unter dem Vorsatz, jugendlichen Paaren den Start ins Familienleben darzustellen, dürfe man nicht das Wohl von Kleinstkindern aufs Spiel setzen. sun
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