ArchivDeutsches Ärzteblatt21/2009Rolf Bialas: Engagierter Arzt und Politiker

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Rolf Bialas: Engagierter Arzt und Politiker

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Prof. Dr. med. Rolf Bialas war Präsident der Ärztekammer Hamburg und engagierte sich in der Hamburger Landespolitik. Er setzte sich besonders für die Alterssicherung der Ärzte in Versorgungswerken ein. Foto: privat
Prof. Dr. med. Rolf Bialas war Präsident der Ärztekammer Hamburg und engagierte sich in der Hamburger Landespolitik. Er setzte sich besonders für die Alterssicherung der Ärzte in Versorgungswerken ein. Foto: privat
Es gibt nur wenige Ärzte, die sich sowohl in der ärztlichen Selbstverwaltung als auch in der Politik erfolgreich engagieren. Prof. Dr. med. Rolf Bialas (80) ist einer von ihnen: Viele Jahre stand er an der Spitze der Ärztekammer Hamburg. Als Mitglied der Hamburger Bürgerschaft und Bausenator war er auf der politischen Bühne seiner Heimatstadt aktiv. „Immer und überall unter Dampf“ – so charakterisierte ihn einst ein Journalist.

Bialas wurde am 2. Februar 1929 in Hamburg als einziger Sohn des Milchhändlers Ernst Bialas geboren. Nach dem Krieg legte er seine Abiturprüfung ab und begann 1948 das Medizinstudium in seiner Heimatstadt. 1954 absolvierte der sportbegeisterte junge Mann – Bialas war damals Handballspieler und -trainer beim Hamburger Sportverein – das Staatsexamen und wurde zum Dr. med. promoviert. Seine Assistenzarztzeit leistete er im Allgemeinen Krankenhaus Barmbek ab. Nachdem er die Prüfung zum Facharzt für Innere Medizin abgelegt hatte, führte er ab 1962 eine eigene Praxis in der Hansestadt.

Schon früh setzte er sich für die Belange seiner Kollegen ein und engagierte sich in der ärztlichen Selbstverwaltung. 1966 wurde er Beisitzer im Vorstand der Ärztekammer Hamburg. Sein besonderes Interesse galt der Alterssicherung der Ärzte durch berufsständische Versorgungseinrichtungen. Am Aufbau des Hamburger Versorgungswerks war er maßgeblich beteiligt. Auch langwierige Auseinandersetzungen um die Sinnhaftigkeit schreckten ihn nicht. Seine Eloquenz sei ebenso geschätzt wie gefürchtet, schrieb das „Hamburger Abendblatt“ einmal über ihn. 1971 wurde er zum Vorsitzenden des Verwaltungsausschusses des Versorgungswerks der Ärztekammer Hamburg gewählt. Diese Tätigkeit unterbrach er, als er 1974 Hamburger Bausenator wurde. Bialas saß seit 1970 als FDP-Abgeordneter in der Hamburger Bürgerschaft.

Nachdem die FDP 1978 bei den Wahlen an der Fünfprozenthürde gescheitert war, kehrte er in seinen Beruf als Arzt zurück. Auch in die Gremienarbeit in der ärztlichen Selbstverwaltung stieg er wieder ein und wurde erneut zum Vorsitzenden des Verwaltungsausschusses des Hamburger Versorgungswerks gewählt. Von 1986 bis 1994 war Bialas Präsident der Ärztekammer Hamburg. In seiner Amtszeit wurde die Fortbildungsakademie der Ärztekammer Hamburg gegründet. Als Kammerpräsident setzte er sich ebenfalls für eine Stärkung der Geriatrie ein, deren Bedeutung er schon früh erkannt hatte. Er scheute sich nie, auch Tabuthemen anzugehen und sich für Menschen am Rand der Gesellschaft einzusetzen: Mit vollem Einsatz unterstützte er das Methadonprogramm in Hamburg.

Als Präsident der Ärztekammer Hamburg war er auch Vorstandsmitglied der Bundes­ärzte­kammer und saß unter anderem dem Ausschuss „Gebührenordnung“ vor. Seine Kompetenz war über die Grenzen Hamburgs hinaus gefragt, insbesondere seine Kenntnisse über die Alterssicherung von Ärzten, sodass er zum Vorsitzenden der Ständigen Konferenz „Ärztliche Versorgungswerke und Fürsorge“ der Bundes­ärzte­kammer gewählt wurde. Von 1992 bis 2000 war er Vorsitzender des Vorstands der Arbeitsgemeinschaft berufsständischer Versorgungseinrichtungen (ABV). In seine Amtszeit fiel die gelungene Integration der in den neuen Bundesländern gegründeten Versorgungswerke in die ABV.

Bialas hat eine Vielzahl von ehrenamtlichen Funktionen ausgeübt. Verpflichtet fühlte er sich der Prävention und der Förderung sozial benachteiligter Kinder. Als 1992 die Gesund­heits­förder­ungskonferenz gegründet wurde – ein Zusammenschluss von mehr als 50 Hamburger Vereinen, Verbänden, Krankenkassen, Kammern und Behörden – wurde er deren Vorsitzender. Bis 2005 war er zudem alternierender Vorsitzender des Vorstands der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege. In Anerkennung seines außergewöhnlichen Lebenswerks verlieh ihm der Hamburger Senat den Ehrentitel „Professor“.

Anschrift:
Diekbarg 13 c
22397 Hamburg
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