ArchivDeutsches Ärzteblatt21/2009Hermann Kerger † Engagement für die ärztliche Fortbildung

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Hermann Kerger † Engagement für die ärztliche Fortbildung

Dtsch Arztebl 2009; 106(21): A-1060 / B-904 / C-876

Loch, Ernst-Gerhard

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Hermann Kerger Foto: Archiv
Hermann Kerger
Foto: Archiv
Am 12. April ist Dr. med. Hermann Kerger, Allgemeinarzt aus Frankfurt am Main und Ehrenvorsitzender der Akademie für ärztliche Fortbildung und Weiterbildung der Lan­des­ärz­te­kam­mer Hessen in Bad Nauheim, im Alter von 103 Jahren gestorben.

Von Beginn seiner beruflichen Tätigkeit an erkannte Kerger die Notwendigkeit der ärztlichen Fortbildung. Dieses Anliegen brachte er als Mitglied der Delegiertenversammlung der Lan­des­ärz­te­kam­mer Hessen in die ärztliche Selbstverwaltung ein. Seinem Engagement ist es zu verdanken, dass 1970 die Akademie in Bad Nauheim gegründet wurde. Er wurde zu ihrem Vorsitzenden gewählt. Durch die gleichzeitige Tätigkeit als Delegierter und Präsidiumsmitglied der Kammer konnte er seine weitgehenden Gedanken zur Fortbildung in die Tat umsetzen und später ebenfalls als Mitglied des Senats für ärztliche Fortbildung der Bundes­ärzte­kammer vorbringen. Für sein Engagement wurde er unter anderem mit der Paracelsus-Medaille ausgezeichnet.

Blickt man unter Berücksichtigung seines Alters zurück, dann gehörte Kerger zu den Ärzten, die einen wesentlichen Wandel ihres Berufs erleben durften. Technische Hilfsmittel, um die Diagnostik zu unterstützen, standen zu Beginn seiner Tätigkeit erst am Anfang. Die Physiologie, insbesondere die Pathophysiologie bestimmten den Rahmen des ärztlichen Handels. Dies hatte natürlich auch starken Einfluss auf das Arzt-Patienten-Verhältnis, das Kerger besonders am Herz lag. Obwohl die hauptsächlich naturwissenschaftliche Medizin diese Ärztegeneration prägte, sah er die menschliche Zuwendung zum Patienten als gleichwertiges Heilmittel an.

Hermann Kerger war ein aufgeschlossener, liebenswerter Kollege. Seinem Vorbild nachzueifern, wird weiterhin eine erstrebenswerte und auch gleichzeitig dankbare Aufgabe sein. Prof. Dr. med. Ernst-Gerhard Loch
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