ArchivDeutsches Ärzteblatt21/2009Dermatologie: Antikörpertherapie ist effektiv bei Psoriasis

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Dermatologie: Antikörpertherapie ist effektiv bei Psoriasis

Bischoff, Martin

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LNSLNS Biologikum bremst die inflammatorische Aktivität und ist als kontinuierliche Erhaltungstherapie geeignet.

Für erwachsene Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaquepsoriasis, bei denen die Behandlung mit Ciclosporin, Metho-trexat oder PUVA (Therapie mit Psoralen als Lichtsensibilisator und anschließende UV-A-Bestrahlung) nicht den gewünschten Erfolg hatte oder nicht möglich war, gibt es eine neue Therapieoption: Seit Ende Januar 2009 ist Ustekinumab (StelaraÔ) erhältlich. Prof. Kristian Reich (Hamburg) bezeichnete das neue Biologikum als „echte Innovation zum Nutzen des Patienten“. Dafür sprächen die hohe Wirksamkeit, Sicherheit, der hohe Anwendungskomfort und die langfristigen Behandlungsperspektiven.

Bei Ustekinumab handelt es sich um den ersten rein humanen monoklonalen Antikörper, der an einer Untereinheit von Interleukin(IL)-12 und -23 angreift. IL12/23 werden bei der Psoriasis überexprimiert und regen naive T-Zellen zur Differenzierung in TH-1- und TH-17-Zellen an, die wiederum inflammatorische Zytokine ausschütten und so die Entzündung und Plaquebildung anregen. Indem Ustekinumab an IL12/23 bindet, verhindere es deren weitere biologische Aktivität, und die Psoriasis bilde sich zurück, erläuterte Prof. Christoph Prinz (München).

Ustekinumab wird in der Dosis 45 mg – oder 90 mg bei Patienten über 100 kg Körpergewicht – subkutan in den Wochen null, vier und danach alle zwölf Wochen appliziert. Mit dieser vergleichsweise geringen Injektionsfrequenz wurden in den placebokontrollierten Zulassungsstudien PHOENIX 1 und PHOENIX 2 insgesamt 1 996 Patienten behandelt. Bei therapienaiven wie bei vorbehandelten Patienten besserte sich die Psoriasis bereits innerhalb der ersten vier Wochen. Nach zwölf Wochen hatten rund drei Viertel der Patienten einen PASI-Index von 75 (mindestens 75 Prozent Verbesserung im Psoriasis Area and Severity Index) erreicht. Der Therapieerfolg, sagte Reich, sei bei kontinuierlicher Erhaltungstherapie längerfristig bis über 40 Wochen bestehen geblieben.

Ustekinumab besitzt damit die beste Langzeitwirkung aller bisherigen Biologika. Parallel zur Abnahme der Erkrankung verbesserte sich die Lebensqualität deutlich. Auch ein Unterbrechen der Therapie stellte in den beiden Studien kein Problem dar. Es trat kein Rebound ein, und bei Wiederaufnahme der Behandlung stieg die Ansprechrate auf 85 Prozent. PHOENIX 1 lieferte letztlich auch Daten zur Nagelpsoriasis. Nach 24 Wochen und somit drei Injektionen hatte sich auch dieser schwerwiegende Befund signifikant zurückgebildet.
Martin Bischoff

Launch-Pressekonferenz „Stelara – Neue Horizonte für Patienten mit Psoriasis“ in München, Veranstalter: Janssen-Cilag
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