ArchivDeutsches Ärzteblatt22/2009Alzheimer: Biomarker in Erprobung

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Alzheimer: Biomarker in Erprobung

EB

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LNSLNS Biomarker auf Blutbasis zur Früherkennung der Alzheimer-Erkrankung (AD) befinden sich noch in einem frühen Stadium der Entwicklung, werden jedoch im Routine-Screening zur Demenzprävention als besonders wichtig angesehen. Prof. Dr. med. Harald Hampel und Priv.-Doz. Dr. Katharina Bürger vom Alzheimer-Gedächtniszentrum in der Psychiatrischen Klinik der Ludwig-Maximilians-Universität München haben in Zusammenarbeit mit der Biotechnologiefirma Brahms einen Biomarkertest entwickelt, mit dem systemische Mikrogefäßveränderungen nachgewiesen werden können.

Gefäßveränderungen einschließlich Arteriosklerose, zu hoher oder zu niedriger Blutdruck sowie Diabetes gehören zu den wesentlichen Risikofaktoren der neurodegenerativen Erkrankung. Die neuartigen Blutbiomarker bilden Mechanismen ab, welche die Dilatation und Kontraktion des zerebralen Mikrogefäßsystems steuern; der Gefäßdurchmesser ist ein wichtiger Parameter, um das Gehirn mit ausreichend Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen sowie toxische Substanzen zu entfernen.

Mikrogefäßveränderungen als diagnostisches Werkzeug
In einer ersten großen Studie, an der 147 Probanden (94 Patienten mit vermuteter AD und 53 gesunde Kontrollprobanden) teilnahmen, unterschied der neue Bluttest, der auch die Konzentration von Endothelin und anderen Mikrogefäßmarkern einschließt, mit einer für Bluttests sehr hohen Genauigkeit von 81 Prozent klinisch diagnostizierte AD von gesunden Kontrollprobanden. Die Ergebnisse legen nahe, dass systemisch gemessene Mikrogefäßveränderungen ein hochsensitives diagnostisches Werkzeug zur Früherkennung von AD sein könnten (Biological Psychiatry vom 1. April, elektronische Veröffentlichung vor dem Druck).

Einer der entscheidenden Vorteile dieses neuen Tests liegt darin, dass er auf für Allgemeinmediziner problemlos erhältlichen Blutproben basiert, was ihn zu einem leicht zugänglichen Screening-Werkzeug macht. Frühere Biomarker mit guter klinischer Genauigkeit zum Nachweis von AD basierten meistens auf Rückenmarksflüssigkeit (Liquor, CSF) oder auf Neurobildgebung einschließlich MRT oder PET, die für den Allgemeinmediziner relativ schwer zugänglich und teuer sind. CSF- und MRT-Marker sind bislang die am besten validierten Biomarker, die für die Frühprognose von AD infrage kommen, da sie selbst in vorklinischen Stadien wie leichter kognitiver Beeinträchtigung (MCI) eine hohe Sensitivität zeigen. EB
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