ArchivDeutsches Ärzteblatt22/2009Klinikfinanzierung: Mehr öffentlich-private Kooperationen erwartet

AKTUELL

Klinikfinanzierung: Mehr öffentlich-private Kooperationen erwartet

Rabbata, Samir

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise könnte zu einem Anstieg öffentlich-privater Partnerschaften (ÖPP) bei der Krankenhausfinanzierung führen. „Durch die Krise werden öffentliche Haushaltsmittel knapper. Dadurch könnten solche Modelle wichtiger werden“, sagte Dr. Joachim Kartte, Leiter des Kompetenzzentrums Pharma und Healthcare bei Roland Berger Strategy Consultants, gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt. Das treffe besonders dann zu, wenn öffentlich-private Partnerschaften Effizienzvorteile gegenüber einer Eigenlösung brächten, „also nicht nur als alternative Finanzierungsform genutzt werden“.

Schon jetzt gebe es öffentlich-private Partnerschaften bei der Anschaffung und dem Betrieb von Partikeltherapieanlagen, bei lang laufenden Generalvereinbarungen zur Lieferung und Wartung von Medizintechnik-Produkten oder bei gemeinsamen Dienstleistungsgesellschaften, besonders für Facility Management, berichtete Kartte. Dabei halte das Krankenhaus die Mehrheit der Anteile, damit das Gemeinschaftsprojekt „eine steuerliche Organschaft ist und so beim Bezug der Leistungen keine Mehrwertsteuer anfällt“.

In Deutschland steckten bislang nur wenige Projekte in den Phasen „Machbarkeitsstudie“ bis „technische Ausschreibung“, bedauerte Stephanie Wenz, Beraterin für ÖPP-Projekte, bei der achten Jahrestagung Public-Private-Partnership in Frankfurt am Main. Prof. Dr. Dieter Jacob, Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre der Technischen Universität Bergakademie Freiberg, betonte, die Erfahrungen aus den europäischen Nachbarländern bestätigten, dass die dort getätigten Praxiserfahrungen zu profitablen Ergebnissen führen könnten. In Frankreich werde ÖPP seit 2003 erfolgreich eingesetzt. „Dort entstanden bereits 50 Projekte. Davon befinden sich 30 derzeit in der Bauphase, zwölf sind in Betrieb“, sagte Jacob. SR
Anzeige

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.

Fachgebiet

Zum Artikel

Der klinische Schnappschuss

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote