ArchivDeutsches Ärzteblatt22/2009Entschliessungen zum Tagesordnungspunkt V: (Muster-)Weiter­bildungs­ordnung – Sachstandsbericht

DOKUMENTATION: Deutscher Ärztetag

Entschliessungen zum Tagesordnungspunkt V: (Muster-)Weiter­bildungs­ordnung – Sachstandsbericht

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LNSLNS Projekt Evaluation der Weiterbildung Evaluation der Weiterbildung
Weiterbildungsbefugte und Weiterzubildende werden aufgefordert, sich an der Befragung der Ärztekammern zur Zufriedenheit mit der Weiterbildung (Projekt „Evaluation der Weiterbildung“) zu beteiligen. Mit diesem Projekt wollen Bundes­ärzte­kammer und Lan­des­ärz­te­kam­mern die Qualität der Weiterbildung sichern und verbessern.

Über die im Mai 2009 gestartete Online-Befragung wird Weiterbildungsbefugten und Weiterzubildenden die Möglichkeit gegeben, sich u. a. zu äußern zu allgemeinen Rahmenbedingungen, wie Arbeitssituation, Arbeitszeiten, Budgets, sowie zu speziellen Aspekten der Weiterbildung, wie Vermittlung von Fachkompetenzen, Lernkultur, Führungskultur, Kultur der Fehlervermeidung, Entscheidungskultur, Betriebskultur, Anwendung evidenzbasierter Medizin.

Insbesondere die weiterbildungsbefugten Ärztinnen und Ärzte werden gebeten, sich an der Erhebung zu beteiligen und somit den Weiterzubildenden die Möglichkeit zur Teilnahme an der Befragung zu eröffnen. Denn erst nach Einwahl durch den Befugten wird den Weiterzubildenden der Zugang zum Online-Portal (www.evaluation-weiterbildung.de) ermöglicht.

In den vergangenen Jahren wurde die Weiterbildungssituation in Deutschland häufig dafür verantwortlich gemacht, dass junge Ärztinnen und Ärzte aus der Patientenversorgung aussteigen und in andere Berufsfelder wechseln oder ins Ausland abwandern. Verlässliche Daten über den Grad der Unzufriedenheit und die Gründe, dem kurativen System schon in jungen Jahren den Rücken zu kehren, liegen derzeit allerdings nicht vor. Die tatsächlichen Ursachen für die Unzufriedenheit des ärztlichen Nachwuchses, dauerhaft im Gesundheitssystem tätig zu werden, können in den Weiterbildungsstrukturen selbst oder aber primär in den politisch verursachten Rahmenbedingungen der Weiterbildung begründet sein.

Die Umfrage dient dazu, die aktuelle Situation in den Abteilungen vor Ort sowie Positives und/oder Negatives darzustellen, um z. B. Handlungskonzepte für strukturierte Weiterbildungsabläufe zu entwickeln. Die Befragung soll im Sinne einer Feedback-Schleife in einem zweijährigen Abstand wiederholt werden.

Mit den gewonnenen Erkenntnissen sollen Anreize entwickelt werden, um den ärztlichen Nachwuchs zu motivieren, in Deutschland zu bleiben. Der Abwanderung junger Ärztinnen und Ärzte in andere Berufsfelder oder ins Ausland soll entgegengewirkt werden.

Weitere Informationen sind auf der Internetseite www.evaluation-weiterbildung.de verfügbar.

Weiterentwicklung der Weiterbildung
Der 112. Deutsche Ärztetag fordert die Ärztekammern auf, die Chancen der Evaluation zu nutzen. Überprüfung und Weiterentwicklung der ärztlichen Weiterbildung sind bei Erhalt ihrer guten Zugänglichkeit Daueraufgaben der Kammern. Viele Ärzte beklagen allerdings auch eine gewisse Realitätsferne in den Anforderungen der Weiterbildungskataloge. Der 112. Deutsche Ärztetag begrüßt die Ansätze der Bundes­ärzte­kammer zur Evaluation der Weiterbildung und fordert, diese kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Die bisher eher passive generelle Kontrollhaltung sollte sich in eine aufsuchende Förderung und Kontrolle der Weiterbildung vor Ort durch eine kontinuierliche Strukturqualitätssicherung wandeln.
Die Bundes­ärzte­kammer und die Lan­des­ärz­te­kam­mern werden aufgefordert, Konzepte vorzubereiten, wie die Ergebnisse der Evaluation direkt in der Weiterbildung vor Ort umgesetzt werden können.
In einem ersten Schritt müssen die Ergebnisse veröffentlich werden. Neben dem Bund-/Länder-Vergleich sollte bei den Lan­des­ärz­te­kam­mern den Weiterbildern die Möglichkeit zum regionalen Vergleich und zur Veröffentlichung ihrer Ergebnisse auf geschützten Webseiten gegeben werden.
Geeignete Weiterbilder und geeignete Weiterzubildende könnten auf Dauer so zueinanderfinden.

Im zweiten Schritt sollten die Beteiligten vor Ort die Ergebnisse in einem strukturierten Dialog besprechen. Die Lan­des­ärz­te­kam­mern müssen für die dringend notwendige Unterstützung vor Ort sorgen, durch
- Patenschaften für Weiterbildungsstätten
- Tutorien
- Beratungen der Ergebnisse in Fachgruppen
- Schulungen
- Visitationen.
Bei der Umsetzung der Ergebnisse im dritten Schritt hält der 112. Deutsche Ärztetag es für sinnvoll,
- Modelle optimaler stationärer Versorgung im Dreiklang Weiterbildung, Ökonomie, Patientenversorgung vor Ort
- Weiterbildungsverträge – verabredete Zeit, Struktur, Inhalt –
- Förderprogramme für die persönliche Eignung des Weiterbilders
- Konzepte zur Weiterbildung im Team vor Ort
zu entwickeln.

Da Weiterbildung immer häufiger im Verbund und auch kammerübergreifend stattfindet, hält der 112. Deutsche Ärztetag viertens für sinnvoll:
- eine bundeseinheitliche Meldepflicht der Weiterbildungsassistenten mit Erhebung der vier „W“: wer, welche, wie viele Jahre, wo;
- eine Harmonisierung der föderalen Logbücher der Weiterbildung.
Evaluation der Weiterbildung – Pflicht jedes Weiterbilders
Der 112. Deutsche Ärztetag begrüßt die nun dieses Jahr startende Evaluation der Weiterbildung ausdrücklich. Die Erfassung der tatsächlichen Weiterbildungssituation deutscher Ärzte ist dringend erforderlich, um auch in Zukunft hochwertige medizinische Behandlungen bei gleichzeitiger hoher Patientensicherheit zu gewährleisten.

Weiterbildung hat die größte Bedeutung bei der Sicherung der Qualität ärztlicher Tätigkeit in allen Belangen. Daher sieht der 112. Deutsche Ärztetag die Beteiligung eines jeden Arztes an der Evaluation als Selbstverständlichkeit an. Die Weiterbildungsbefugten tragen hierbei die zentrale Rolle. Ohne ihre aktive Beteiligung blieben Ärzte von der Evaluation ausgeschlossen.

Der 112. Deutsche Ärztetag sieht eine Verpflichtung eines jeden Weiterbilders, sich zu beteiligen. Da Evaluation die Qualität der ärztlichen Weiterbildung sichert, erwächst diese Verpflichtung alleine aus dem Recht zur Weiterbildung. Der 112. Deutsche Ärztetag fordert daher alle Ärzte auf, die Codes zur Evaluierung einzufordern.

Bundes­ärzte­kammer und Lan­des­ärz­te­kam­mern müssen mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln auf diese Verpflichtung hinweisen und sie überprüfen.
„Strukturierter Dialog“ nach Evaluation der Weiterbildung
Die Bundes­ärzte­kammer wird aufgefordert, nach der Evaluation der Weiterbildung ein strukturiertes Verfahren zu entwickeln, das den mit „Schwächen“ identifizierten Weiterbildungsstätten hilft, sich zu verbessern.

Sinnvoll scheint hier das Vorbild des „Strukturierten Dialogs“, der sich im Rahmen der Qualitätssicherung bei den Ärztekammern bewährt hat.

Mitglied des „Strukturierten Dialoges“ sollte neben den Mitgliedern der Ärztekammern und den Weiterbildungsbefugten auch ein Vertreter der Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung der betroffenen Weiterbildungsstätte sein.

Finanzierung der Weiterbildung
Ärztliche Weiterbildung – Struktur und Finanzierung
Zur anhaltenden Diskussion um Struktur und Finanzierung der ärztlichen Weiterbildung stellt der 112. Deutsche Ärztetag fest:
3. Das auch im internationalen Vergleich hohe Niveau der medizinischen Versorgung in Deutschland beruht u. a. auf dem hohen Anteil hoch qualifizierter, weitergebildeter Ärztinnen und Ärzte. Von daher kommt der Qualität und permanenten Verbesserung der Qualität ärztlicher Weiterbildung eine hohe Bedeutung zu. Dabei sind die Festlegung der Inhalte sowie die Organisation der Weiterbildung rechtssystematisch bei der ärztlichen Selbstverwaltung angesiedelt und in den Heilberufsgesetzen der Länder verankert. Dieses System hat sich vom Grundsatz her bewährt, eine wie auch immer geartete Verstaatlichung der ärztlichen Weiterbildung lehnt der 112. Deutsche Ärztetag daher entschieden ab.
4. Die These, dass infolge der Einführung des DRG-Systems Weiterbildung nicht mehr stattfindet und Krankenhäuser nur noch Fachärzte einstellen, lässt sich durch die Datenlage nicht bestätigen: Die Entwicklung der Zahl der Facharztanerkennungen ist so hoch wie nie zuvor, Stellenanzeigen richten sich etwa zur Hälfte an Fach- und Assistenzärzte.
5. Die Vielfalt und Differenziertheit der Weiterbildungsstätten ist ein positives Element ärztlicher Weiterbildung. Es gibt keine Evidenz, dass Weiterbildung an Universitätskliniken qualitativ höherwertig ist als an anderen Krankenhäusern. Von daher erteilt der 112. Deutsche Ärztetag allen Versuchen, Weiterbildung in zunehmendem Maß oder sogar ausschließlich an Universitätskliniken bzw. an Teaching Hospitals zu konzentrieren, eine ausdrückliche Absage. Dies würde zu unannehmbaren „Flaschenhälsen“ für die ärztliche Weiterbildung führen, ohne dass eine Qualitätsverbesserung der Weiterbildung oder der medizinischen Versorgung erzielt würde.
6. Die Finanzierung ärztlicher Weiterbildung erfolgt derzeit im Rahmen der heutigen Krankenhausbudgets und DRG-Kalkulation. Eine zusätzliche Finanzierung ärztlicher Weiterbildung in Form von Zu- und Abschlägen im Rahmen des DRG-Systems, wie sie im Krankenhausfinanzierungsreformgesetz (KHRG) als Prüfauftrag vorgesehen ist, lehnt der 112. Deutsche Ärztetag weiterhin als nicht sachgerecht ab. Stattdessen müssen der durch das DRG-System aufgebaute ökonomische Druck sowie die generelle Unterfinanzierung der Krankenhäuser und damit implizit der Weiterbildung schnellstmöglich beendet werden. Beendet werden muss endlich auch der Missbrauch ärztlicher Arbeitskraft durch ständig wachsende nicht ärztliche, organisatorische und administrative Tätigkeiten. Die dadurch verschwendete Zeit steht bei den Weiterbildern und den Weiterzubildenden weder für die Patientenversorgung noch für die Weiterbildung zur Verfügung.
7. Evaluation und Optimierung der Weiterbildung sind eine permanente innerärztliche Aufgabe.
Der 112. Deutsche Ärztetag wiederholt in diesem Zusammenhang seine Forderungen, die Weiter­bildungs­ordnung schneller bundeseinheitlich umzusetzen, sie schneller an die medizinische Entwicklung anzupassen und die Weiterbilder verstärkt in die Umsetzung einzubinden. Darüber hinaus müssen die Weiterbildungsrichtlinien immer wieder auf das fachlich Notwendige konzentriert werden.

Finanzierung der Weiterbildung in Klinik und Praxis
Die Weiterbildung kann in vielen Fächern nicht mehr ausschließlich in der Klinik durchgeführt werden, viele Themen und Weiterbildungsinhalte sind nicht mehr an einer großen Anzahl von Kliniken vorhanden.

Die Lösung liegt in der Einbeziehung qualifizierter Praxen in das Weiterbildungscurriculum.

Dies wird aber nur möglich sein durch die adäquate Finanzierung dieser Weiterbildungsstätten sowohl in der Klinik als auch in der Praxis.
Die Bundes­ärzte­kammer und die Lan­des­ärz­te­kam­mern sind nicht in der Lage, dies zu finanzieren.
Hier sind die Bundesregierung und die einzelnen Bundesländer gefordert, dafür Sorge zu tragen, dass eine ausreichende Finanzierung der Weiterbildungsstätten in Klinik und Praxis sichergestellt wird.

Allgemeine Weiterbildungsangelegenheiten
Kriterien für die persönliche Eignung des Weiterbildungsbefugten
§ 7 (1) der (Muster-)Weiter­bildungs­ordnung soll wie folgt ergänzt werden:
Die Nichtbeachtung der Pflichten des Weiterbilders nach § 5 (3), § 5 (4) (Mitteilung von Veränderungen),
§ 5 (5) (Aushändigung des Weiterbildungsprogramms), § 8 (2) sowie § 9 dieser (Muster-)Weiter­bildungs­ordnung ist ein Verhalten, das die persönliche Eignung als Weiterbilder ausschließt, sofern es sich nicht um einmalige geringfügige Verstöße handelt.
Ebenso schließen von der Ärztekammer gerügte Verstöße gegen die ärztliche Berufsordnung die persönliche Eignung als Weiterbilder aus. Duldet oder bewirkt ein Weiterbildungsbefugter die Verletzung des Arbeitszeitgesetzes gegenüber den Weiterzubildenden unter seiner Verantwortung, so ist dies grundsätzlich als fehlende Eignung anzusehen.
Baldige Novellierung der (Muster-)Weiter­bildungs­ordnung
Die Bundes­ärzte­kammer wird aufgefordert, so schnell wie möglich eine Überarbeitung der Problemfelder der (Muster-)Weiter­bildungs­ordnung vorzulegen.

Überarbeitung der Weiter­bildungs­ordnung auf dem 114. bzw. 115. Deutschen Ärztetag
Der Vorstand der Bundes­ärzte­kammer bereitet eine Überarbeitung bzw. Novellierung der (Muster-)Weiter­bildungs­ordnung für den 113. Deutschen Ärztetag in Dresden vor.
Der Deutsche Ärztetag fordert den Vorstand der Bundes­ärzte­kammer auf, die Diskussion und Beschlussfassung über die Novellierung der (Muster-)
Weiter­bildungs­ordnung (MWBO) für den 114. Deutschen Ärztetag vorzubereiten.
1. Die aktuelle MWBO wurde erst 2007 verändert. In den Lan­des­ärz­te­kam­mern ist die Umsetzung der MWBO teils mit erheblichen Verzögerungen erfolgt. In vielen Lan­des­ärz­te­kam­mern werden erst jetzt die ersten Ärzte nach neuer Weiter­bildungs­ordnung ihre Gebiets- oder Schwerpunktweiterbildung beenden. Vor diesem Hintergrund ist eine erneute Überarbeitung mit womöglich erheblichen Veränderungen verfrüht und den Kammermitgliedern nicht zu vermitteln. Die Lan­des­ärz­te­kam­mern sind auch noch damit befasst, die Befugnis zur Weiterbildung nach neuer MWBO zu überprüfen. Erneute kurzfristige Änderungen sind auch den Befugten nicht zu vermitteln.
2. Als Konsequenz aus der abweichenden Umsetzung der aktuellen WBO in den Ländern hat die Bundes­ärzte­kammer ein zweistufiges Normsetzungsverfahren in Zusammenarbeit mit den Lan­des­ärz­te­kam­mern beschlossen, um eine verbesserte Einbindung der Lan­des­ärz­te­kam­mern bereits im Vorfeld zu ermöglichen. Eine konsequente Anwendung dieses zweistufigen Verfahrens ist im geplanten Zeitraum nicht möglich.
3. Die Bundes­ärzte­kammer führt aktuell eine Evaluation der Weiterbildung durch. Dieses Projekt verbraucht erhebliche finanzielle Mittel. Das Ergebnis der Befragung liegt frühestens Anfang 2010 vor. Die Befragungsergebnisse können auch Auswirkungen auf die Gestaltung der MWBO haben und sollten daher berücksichtigt werden. Dies ist im geplanten Zeitraum nicht möglich. Die verfasste Ärzteschaft verhält sich unglaubwürdig, wenn sie Veränderungen in der MWBO vornimmt, ohne die Ergebnisse der Evaluation in deren Ausgestaltung einzubeziehen.
4. Dem Dezernat 2 liegen zahlreiche Änderungsanträge von Berufsverbänden bzw. medizinischen Fachgesellschaften vor. Diese sind im Zweifel geeignet, bei anderen Verbänden und Fachgesellschaften Widerspruch hervorzurufen. Die Bundes­ärzte­kammer als Arbeitsgemeinschaft der Lan­des­ärz­te­kam­mern wird ihrer Aufgabe, die Gesamtinteressen der Ärzteschaft zu vertreten, nur gerecht, wenn sie durch Gespräche mit den Betroffenen den Konsens herbeiführt. Auch diese Aufgabe ist bis zum Mai des nächsten Jahres nicht leistbar.

Weisungsungebundenheit in der Weiterbildung
Die Erteilung von Weiterbildungsbefugnissen setzt auch eine weisungsungebundene ärztliche Tätigkeit voraus. Diese ist durch den Arbeitgeber zu gewährleisten, damit Weiterbildung in Krankenhäusern langfristig gesichert ist.

Die Einhaltung der Freiberuflichkeit und Weisungsungebundenheit im ärztlichen Handeln ist eine unumgängliche Voraussetzung, um Diagnostik und Therapie zum Wohl des Patienten durchführen zu können. Nur unter dieser Prämisse sind auch Weiterbildungsinhalte zu vermitteln, ohne dass durch ökonomische Vorgaben, insbesondere durch Krankenhausträger, Maßnahmen unterlassen werden. Bei der Beantragung von Weiterbildungsbefugnissen ist diese Weisungsungebundenheit zu bestätigen, um eine am Wohl des Patienten orientierte Medizin zu gewährleisten und in die Weiterbildung einfließen zu lassen. Dadurch werden auch die Grundsätze der Freiberuflichkeit während der Weiterbildung thematisiert.

Befristung von Arbeitsverträgen unter Bezugnahme auf die Weiter­bildungs­ordnung
Rein fachlich-medizinisch begründete Strukturierungen der Weiter­bildungs­ordnung (z. B. Common Trunk) dürfen nicht als Alibi herangezogen werden, Arbeitsverträge kürzer als die maximale Weiterbildungsberechtigung zu befristen.

Förderung der Allgemeinmedizin
Förderprogramm Allgemeinmedizin – Vertragsverhandlungen aufnehmen
Der 112. Deutsche Ärztetag fordert die Verantwortlichen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, der Deutschen Krankenhausgesellschaft, des GKV-Spitzenverbandes und des Verbandes der Privaten Kran­ken­ver­siche­rung zur Aufnahme von Vertragsverhandlungen auf, um den im GKV-Organisationsweiterentwicklungsgesetz vorgesehenen dreiseitigen Vertrag zur Förderung der Weiterbildung in der Allgemeinmedizin zu erarbeiten. Das Benehmen mit den Ärztekammern ist dabei herzustellen.

Der 112. Deutsche Ärztetag hält es für zwingend notwendig, das Förderprogramm für Ärztinnen und Ärzte, die sich in der Allgemeinmedizin weiterbilden wollen, fortzuführen und zu verbessern, da die bisherige Förderung die Probleme nicht gelöst hat. Einer der Gründe dafür ist, dass trotz der Förderung der Ärzte, die sich in Praxen von niedergelassenen Ärzten allgemeinmedizinisch qualifizieren wollen, diese in der Regel finanziell deutlich schlechter gestellt sind als ihre Kollegen im Krankenhaus.

Der 112. Deutsche Ärztetag wiederholt deshalb seine Forderung, im Rahmen des Förderprogramms Allgemeinmedizin die Vergütungsregelungen so zu gestalten, dass die angestellten Ärztinnen und Ärzte in Praxen eine Vergütung erhalten, die sie tariflich mindestens vergüteten Krankenhausärzten gleichstellt.

Umsetzung der gesetzlichen Maßnahmen zur Förderung der Allgemeinmedizin
Der Deutsche Ärztetag fordert die Kassenärztliche Bundesvereinigung, den GKV-Spitzenverband Bund, die Deutsche Krankenhausgesellschaft und den Vorstand der Bundes­ärzte­kammer auf, die gesetzlich verankerten Maßnahmen zur Förderung der Weiterbildung in der Allgemeinmedizin zeitnah umzusetzen.

Förderung der Weiterbildung in der Allgemeinmedizin
Der Spitzenverband Bund der Krankenkassen, die Deutsche Krankenhausgesellschaft und die Kassenärztliche Bundesvereinigung, die gem. Artikel 8 des GKV-Solidaritätsstärkungsgesetzes in der geänderten Fassung vom 11. 12. 2008 ab dem 1. 1.2009 verpflichtet sind, die Weiterbildung in der Allgemeinmedizin umfassender und angemessener als bisher zu fördern, werden aufgefordert, diese gesetzliche Verpflichtung umgehend einzulösen. Um den Nachwuchs an Allgemeinärzten effizient zu fördern, muss die finanzielle Beteiligung von bisher 2 040 Euro auf 4 000 Euro angehoben werden.
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