ArchivDeutsches Ärzteblatt22/2009Kosten und Nutzen: Innovation in der Medizin
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Innovation ist häufig teuer. Ob Innovation auch eine bessere Therapie bedeutet, muss in Studien geprüft werden. Auf der Jahrestagung der DGHO wird die Prüfung der Kosten-Nutzen-Relation nach der Zulassung neuer Medikamente gefordert. Diese Forderung ist zu unterstützen. Allerdings stellt sich die Frage, aufgrund welcher Daten die Kosten-Nutzen-Analyse erfolgen soll? Zur Zulassung eingereicht werden von der Pharmaindustrie mit hohem Kostenaufwand entwickelte Medikamente. Diese sollen natürlich die Entwicklungskosten erwirtschaften und darüber hinaus einen ordentlichen Gewinn abwerfen. Das ist berechtigtes Interesse der Pharmaindustrie. Genauso berechtigt ist das Interesse der Gesellschaft, die für die Gesundheitsleistungen zur Verfügung stehenden Mittel möglichst kosteneffektiv einzusetzen. Hierfür reicht eine Kosten-Nutzen-Analyse aufgrund vorhandener Daten nicht immer aus. Vielmehr sind Studien erforderlich, die neben der therapeutischen Wirkung auch eine Kosten-Nutzen-Analyse als primäre Studienziele mit einbeziehen und die gegebenenfalls auch prüfen, ob eine billigere Therapie nicht genauso effektiv oder effektiver sein kann. Letztere Fragestellung ist nicht im Interesse der Pharmaindustrie. Deshalb kann man auch nicht von ihr verlangen, derartige Studien durchzuführen . . . Es ist unumgänglich, dass derartige Studien mit innovativen Medikamenten durchgeführt werden, welche nicht von der Pharmaindustrie geplant und finanziert werden, sondern von den Kostenträgern im Gesundheitswesen. Dazu gibt es leider im Moment in Deutschland keine Ansätze. Das sollte sich ändern.
Prof. Dr. med. A. Scharl, Chefarzt, Klinikum
St. Marien, Frauenklinik und Brustzentrum,
Mariahilfbergweg 7, 92224 Amberg
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