ArchivDeutsches Ärzteblatt22/2009Fernsehserie „Ärzte auf Rädern“: Präventivmedizin mobil

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Fernsehserie „Ärzte auf Rädern“: Präventivmedizin mobil

Feld, Michael

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Mobile Ärzte:Bich Nguyen und Dr.Michael Feld vordem zwölf Meterlangen Praxisbus Foto:WDR
Mobile Ärzte:Bich Nguyen und Dr.Michael Feld vordem zwölf Meterlangen Praxisbus Foto:WDR
Der WDR startet ein neues Medizinformat zur Primetime. Als Protagonist der fünfteiligen Serie berichtet der Allgemeinarzt und Somnologe Dr. med. Michael Feld über das Projekt.

Als „fahrendes Ärzteteam“ wollen wir Menschen in ihrem Lebensumfeld untersuchen und beraten. Die rollende Praxis, ein orangefarbener Bus, der sonst als mobile arbeitsmedizinische Einheit der BG Bau im Einsatz ist, dient uns als Markenzeichen, Arbeitsstätte und Dach über dem Kopf: DocDrive statt McDrive im Fernsehen.

In fünf Folgen fahren meine Assistenzarztkollegin Bich Nguyen, die Fitnesstrainerin und Ernährungsberaterin Ines Altfeld und ich zu verschiedenen ausgewählten Freizeitgruppen innerhalb Nordrhein-Westfalens – darunter etwa Kleingärtner, Angler und Blasmusiker – und untersuchen diese jeweils auf eine bestimmte Krankheit oder Störung hin. Im ärztlichen Angebot gibt es den Blutzucker-Check (9. Juni), den Rücken-Check (16. Juni), den Schlaf-Check (23. Juni), den Blutdruck-Check (7. Juli) und einen sogenannten Sommer-Check (30. Juni). Gescreent werden die Freizeitgruppen, um zu prüfen, wie gesund die Mitglieder sind beziehungsweise welche – den Betreffenden möglicherweise noch nicht einmal bekannte – Gesundheitsprobleme bestehen. Das Konzept: Wir warten nicht, bis die Patienten eine Praxis aufsuchen, sondern kommen ihnen zuvor: Präventivmedizin mobil. Stellen sich beim jeweiligen Screening tatsächlich Störungen heraus, anamnestizieren, untersuchen und gegebenenfalls therapieren wir die Patienten weiter, vor Ort im Bus, im häuslichen Umfeld, oder aber wir überweisen sie zu Spezialisten und verfolgen ihre Geschichte mit der Kamera mit.

Die lebensnahen Drehs wechseln bei „Ärzte auf Rädern“ mit Einspielfilmen ab, die die jeweils besprochenen Störungs- und Krankheitsbilder wissenschaftlich fundiert und allgemeinverständlich erklären. Redaktionell wird die Serie betreut durch die Wissenschaftsredaktion des WDR, die auch für „Quarks & Co.“ zuständig ist.

Das Format hebt sich von den etablierten Gesundheitssendungen im Studio ab. Trotzdem wird es auch manchmal „ernst“, wenn nämlich Krankheiten entdeckt oder Therapien besprochen werden, die durchaus mit Nachdruck vermittelt werden müssen, ebenso wenn unaufschiebbare Lebensstilveränderungen anstehen, zum Beispiel beim Diabetes mellitus.

Die ärztliche Begegnung mit den Gruppenmitgliedern findet in entspannter Atmosphäre statt, grundsätzlich soll auch das Kollektiv profitieren. Zusätzlich zum Einzelpatienten wird daher immer auch die gesamte Gruppe unter die Fittiche genommen und „gecoacht“. Wir geben einer Gruppe nach Feststellung ihres Gesundheitszustands jeweils eine bestimmte Gemeinschaftsaufgabe, die sie zur Gesundheitsverbesserung innerhalb von vier Wochen lösen soll. Erreicht sie das vorab gesteckte Gruppenziel, winkt eine kleine Belohnung. So soll die Blutdruckgruppe den Gesamtblutdruck um einige mmHg mittels Sport zu senken versuchen, die Schlafgruppe ihre Schlafqualität durch Entspannung verbessern und die Blutzuckergruppe ihren Bauchumfang durch einen vierwöchigen Walking-Parcours reduzieren.
Darüber hinaus soll die Sendung zur Aufklärung von Gesundheit und Krankheit beitragen und Medizin für Menschen bieten, die aufgrund der immer knapperen Kontaktzeiten beim niedergelassenen Arzt kaum noch das fragen oder erzählen können, was sie interessiert oder bedrückt. Hier will die Serie auch erzieherisch wirken und einen (Gesundheits-)Bildungsauftrag erfüllen – nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung zur Alltagsarbeit des niedergelassenen Arztes.

Ab 9. Juni sendet der WDR jeweils dienstags um 21 Uhr fünf Folgen der Serie „Ärzte auf Rädern“.
Michael Feld
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