ArchivDeutsches Ärzteblatt23/2009Randnotiz: Prüfe, wer sich bindet!

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Randnotiz: Prüfe, wer sich bindet!

Dtsch Arztebl 2009; 106(23): A-1169 / B-1005 / C-977

Korzilius, Heike

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LNSLNS Wie bringt man Ärztinnen und Ärzte dazu, sich dort niederzulassen, wo niemand praktizieren will? Die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen hat sich jetzt im Kampf gegen den Ärztemangel gemeinsam mit dem Freistaat und den Krankenkassen ein „bundesweit einmaliges“ Programm ausgedacht: Medizinstudierende, die sich verpflichten, nach ihrer allgemeinmedizinischen Weiterbildung vier Jahre lang in einer unterversorgten Region in Sachsen zu arbeiten, werden vom dritten Studienjahr an finanziell gefördert. In den beiden ersten Förderjahren gibt es 300 Euro monatlich, im dritten 400 und im vierten Jahr 600 Euro. Disponiert der Nachwuchs um, muss er das Geld zurückzahlen.

Dass das Modell funktionieren kann, wird jeder bezeugen, der in den 90er-Jahren das Schicksal von Dr. Joel Fleischman verfolgt hat, den es in der TV-Serie „Ausgerechnet Alaska“ ausgerechnet dorthin verschlug. Weil der Staat ihm das Medizinstudium finanziert hatte, musste der New Yorker vier Jahre lang im entlegenen Ciceley mit seinen schrulligen, aber liebenswerten Einwohnern praktizieren. In 110 Folgen konnten die Zuschauer verfolgen, wie sich der eingefleischte Großstädter zum vollwertigen Mitglied der Dorfgemeinschaft mauserte.

Nun mag man einwenden, dass es einen Unterschied gibt zwischen Realtiät und Fiktion. Seriöser als die Idee des tschechischen Klinikchefs Iri Schweitzer ist der Plan der Sachsen allemal. Der sucht ebenfalls händeringend nach Personal und verspricht denjenigen, die einen Arbeitsvertrag unterschreiben, eine Schönheitsoperation ihrer Wahl. Die Werbemaßnahme sei ein voller Erfolg, sagt Schweitzer – was, wenn das stimmt?
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