ArchivDeutsches Ärzteblatt23/2009Harninkontinenz: Neues Vertragskonzept soll Tabu brechen

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Harninkontinenz: Neues Vertragskonzept soll Tabu brechen

Dtsch Arztebl 2009; 106(23): A-1170

Richter-Kuhlmann, Eva

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Das neue Konzept stellte KBVVorstand Carl- Heinz Müller vor. Foto: Georg Lopata
Das neue Konzept stellte KBVVorstand Carl- Heinz Müller vor. Foto: Georg Lopata
Patientinnen und Patienten mit Harninkontinenz sollen künftig besser versorgt werden. „Mit unserem neuen Vertragskonzept wollen wir ein Tabu brechen und die Betroffenen intensiv über Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten der Inkontinenz aufklären“, erklärte der Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. med. Carl-Heinz Müller, bei der Vorstellung des Konzepts in Berlin.

Den neuen Vertrag nach § 73 c SGB V entwickelte die Vertragswerkstatt der KBV in enger Kooperation mit dem Berufsverband der Urologen und dem Berufsverband der Frauenärzte. Teilnehmen können bei Interesse der Krankenkassen Ärztinnen und Ärzte, die sich der hausärztlichen Versorgung gemäß § 73 Absatz 1 a SGB V angeschlossen haben, sowie Vertragsärzte mit der Facharztanerkennung für Frauenheilkunde und Urologie.

Dem Konzept zufolge sollen sie eng zusammenarbeiten und jeweils über gute Kontakte zu nicht ärztlichen Gesundheitsberufen, beispielsweise zu Physiotherapeuten, verfügen sowie an gemeinsamen Fortbildungen teilnehmen, die auch das Thema Harninkontinenz beinhalten.

„Jetzt sind die Krankenkassen aufgefordert, diesem Vertragskonzept beizutreten, um die Versorgungsqualität ihrer Versicherten zu verbessern“, sagte der Präsident des Berufsverbandes der Deutschen Urologen, Dr. med. Martin Bloch.

Von dem Vertrag erhoffen sich die Beteiligten deutlich verbesserte Behandlungsmöglichkeiten. Denn noch immer ist Harninkontinenz ein Tabuthema: Rund fünf Millionen Menschen in Deutschland leiden darunter, doch nur etwa die Hälfte von ihnen sucht einen Arzt auf. Unterstützt wird das Konzept deshalb auch von der Bundesbeauftragten für die Belange der Patientinnen und Patienten, Helga Kühn-Mengel. ER
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