ArchivDeutsches Ärzteblatt23/2009Krankenhäuser: Ärzte als Manager
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. . . Tatsächlich ist es im Kern problematisch, mit den Mitteln einer solidarischen Sozialversicherung Unternehmen zu finanzieren, die im Wesentlichen die Renditeerwartungen von Anteilseignern im Blick haben. Andererseits haben private Klinikbetreiber bessere Betriebsergebnisse nicht nur durch „Personalfreisetzung“, sondern auch durch Elemente einer optimierten Unternehmensführung und damit einer verbesserten Ressourcennutzung erreicht. Medizinisch kann das durchaus zu einer besseren oder zumindest gleich guten Medizin bei niedrigeren Kosten führen. Wirtschaftlich gesehen muss beziehungsweise müsste im Übrigen auch die gemeinnützige Krankenhaus-GmbH eine gewisse Rendite erwirtschaften – d. h., die „schwarze Null“ reicht also nicht –, um in Zukunft handlungs- und kreditfähig zu bleiben, zumal die „duale Finanzierung“ de facto bereits nahezu abgeschafft ist. Das klappt jedoch nur mit gutem Management! Damit rücken wir Ärzte in den Fokus: Dem „Kundennutzen“ entspricht im Krankenhaus eine medizinisch und organisatorisch optimale Patientenversorgung. Dies sollte jedoch schon immer Kernziel unserer Profession sein! Daraus lässt sich folgern, dass gute Unternehmensführung im Krankenhaus als primär ärztliche Aufgabe aufgefasst werden muss. Ökonomen können – z. B. beim Controlling – assistieren. Im Sinne unserer Patienten müssen wir allerdings zunehmend Managementkompetenzen (den meisten nicht in die Wiege gelegt) entwickeln und die Herausforderung annehmen, um medizinisch und organisatorisch erfolgreich zu sein und gleichzeitig den Ansprüchen eines effizienten – also wirtschaftlichen – Handelns zu genügen. Das heißt aber auch, dass wir Ansätzen zur Leistungseinschränkung aus sekundären Erwägungen entgegentreten sollten – als Anwälte unserer Patientinnen und Patienten!
Dr. med. M. Schlittenbauer, MBA,
St. Josef-Hospital, Hermannstraße 37, 53225 Bonn
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