ArchivDeutsches Ärzteblatt23/2009Streitgespräch: Eine Kränkung der Ärzte
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Mit großer Verwunderung habe ich das Streitgespräch gelesen. Schockiert war ich über die Aussage des Prof. Taupitz „Der Eid des Hippokrates hat rechtlich überhaupt keine Bedeutung. Das Genfer Gelöbnis übrigens auch nicht“ . . . Die Aussage „überhaupt keine Bedeutung“ muss für jeden Arzt als Kränkung empfunden werden, um es gelinde auszudrücken. Man muss sich fragen, was die Rechtsprechung überhaupt noch von den Vorschriften der Bundes­ärzte­kammer hält. Wo bleibt die Achtung vor dem Berufsstand der Ärzte? Im Grundgesetz steht, Art. 2 Abs. II: „Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit“. Wenn jeder Mensch das Recht auf Leben und Unversehrtheit hat, dann ist es doch höchste ärztliche Aufgabe, dem Menschen, der sich in Not (Suizidgefährdung) befindet, nach bestem Können zu helfen, damit die „Unversehrtheit“ des Gefährdeten erhalten bleibt. Suizid bedeutet die Beseitigung des eigenen Lebens. Offenbar wird „das Recht auf Leben“, das im Grundgesetz ausdrücklich und entscheidend hervorgehoben wird, nicht mehr in seiner wirklichen Bedeutung von juristischer Seite beachtet? Wenn ein Arzt „das Recht auf Leben“ nicht ernst nimmt und nicht beachtet, dann handelt er gegen diese entscheidende Vorschrift des Grundgesetzes . . . Die Bundes­ärzte­kammer lehnt die Beihilfe zur Selbsttötung als ärztliche Option ab: Die Mitwirkung des Arztes beim Suizid widerspricht dem ärztlichen Ethos und kann strafbar sein . . . Mit der Aussage von Herrn Montgomery „Wenn Sie technisch perfekte Beihilfe zum Suizid verlangen, ist aktive Euthanasie nicht mehr abgrenzbar“ stimme ich überein. Die Grenzen zur Euthanasie sind dann fließend geworden. Es ist von ärztlicher Seite alles zu tun, um die Gefahr der Euthanasie abzuwenden . . .
Prof. Dr. med. Dieter Schmidt, Kaschnitzweg 13, 79104 Freiburg
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige