ArchivDeutsches Ärzteblatt23/2009Krankenhäuser: Nicht seriös
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Immer muss ein angeblicher akuter Investitionsstau herhalten, um PPP als „innovatives Finanzierungsmodell“ zu rechtfertigen. Doch erst jüngst warnten mehrere Landes- und Bundesrechnungshöfe anlässlich von Kostensteigerungen zu Recht vor PPP-Projekten. Nicht nur Geheimverträge von mehr als 1 000 Seiten Wirtschaftsenglisch und horrende Kosten für eine Heerschar an Beratungsfirmen und Anwaltskanzleien sollten die Verantwortlichen hellhörig werden lassen. Als unkalkulierbares Risiko stellt sich – im Artikel nicht erwähnt – der Forderungsverkauf nach abgeschlossenem PPP-Deal auf dem Finanzmarkt heraus: Durch diese „Forfaitierung mit Einredeverzicht“, heute bei zwei Drittel der PPP-Verträge bereits gängige Praxis, werden die durch den Kostenträger abgesicherten Forderungen auf dem kollabierenden Finanzmarkt meistbietend verkauft! Damit ist PPP letztendlich ebenso wie die aktuell in Verruf geratenen Cross-Border-Leasingverträge im Grundprinzip nichts anderes als ein extrem komplexes Finanzinstrument – welches auch durch massives Lobbying der Baukonzerne und Beratungsfirmen nicht seriöser wird. Kein verantwortungsbewusster Klinikbetreiber sollte sich auf solch eine Milchmädchenrechnung einlassen.
Niklas Schurig, Ziegelhalde 2, 89518 Heidenheim
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