ArchivDeutsches Ärzteblatt23/2009Filmkalender: Im Kino andere Welten entdecken

KULTUR

Filmkalender: Im Kino andere Welten entdecken

Dtsch Arztebl 2009; 106(23): A-1206

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LNSLNS Viel Biografisches und ein spannender Polit-Thriller. Das Deutsche Ärzteblatt stellt alle vier Wochen eine Auswahl sehenswerter Neustarts vor.

DRAMA
Ab 11. Juni:
Che – Revolucion
Im ersten Teil seines Filmepos über die Helden der Kuba-Revolution erzählt Steven Soderbergh, wie Ernesto „Che“ Guevara vom Truppenarzt zum Strategen und Architekten des bewaffneten Kampfs und zum Helden des Landes avanciert. Benicio del Toro („21 Gramm“) verkörpert den charismatischen Anführer in den kubanischen Wäldern. Zusammen mit Franka Potente und Benjamin Bratt macht er das ansonsten eher spröde Revolutionsdrama zum komplexen Stück Zeitgeschichte. Der Schwesterfilm „Guerilla“, der Ende Juli in die Kinos kommt, setzt im Anschluss 1964 ein und behandelt das Scheitern von „Che“ und die Zeit bis zu seinem Tod.
USA/Spanien 2008, 126 Minuten

Ab 18. Juni:
Foto: Universal
Foto: Universal
State of Play – Stand der Dinge
Der junge aufstrebende Kongressabgeordnete Stephen Collins (Ben Affleck) hat eine vielversprechende Karriere vor sich. Doch plötzlich wird seine heile Welt durch den Mord an einer Praktikantin erschüttert. Stephens Freund, der Journalist Cal McCaffrey (im Bild: Russell Crowe), soll im Auftrag seiner Chefin Cameron (Helen Mirren) Nachforschungen über den Politiker und sein Verhältnis zur Toten anstellen. Dabei stößt Cal auf die Spuren eines gewaltigen Komplotts, das bis in höchste politische Kreise reicht. Wie schon in seinem Spielfilmdebüt „Der letzte König von Schottland“ legt Regisseur und Drehbuchautor Kevin McDonald den Fokus auf Machtmissbrauch und Moral. Dass es sich dabei um die Adaption einer sechsteiligen BBC-Serie von 2003 handelt, tut dem spannenden Plot – bis auf das verkürzte, nicht stimmige Finale – keinen Abbruch.
USA 2009, 118 Minuten (FSK: 12)

Ab 25. Juni:
Die Gräfin
Als „Blutgräfin“ ging die Ungarin Erzsébet Báthory (1560–1614) in die Geschichte ein: Um ihre Schönheit zu erhalten, soll sie Hunderte Jungfrauen ermordet und in ihrem Blut gebadet haben. Ohne Scheu vor Geschmacksgrenzen wagt sich die französische Schauspielerin und Jungregisseurin Julie Deply an die blutrünstige Historie. Mit namhaften Schauspielern (darunter William Hurt, Daniel Brühl und sie selbst) inszenierte sie die Geschichte der Serienmörderin und zeigt sie als Opfer von Männerintrigen und Schönheitswahn. Gedeckte Töne dominieren Deplys Sittengemälde einer völlig dekadenten Gesellschaft, die keine Tugend kennt.
Frankreich/Deutschland 2009,
100 Minuten (FSK: 12)

KOMÖDIE
Ab 11. Juni:
Kleine Verbrechen
Das Polizistenleben ist für den ehrgeizigen Leonidas eine Strafe. Denn auf seiner kleinen griechischen Insel kann er nur Nudisten oder Verkehrssünder jagen. Da kommt der Klippenabsturz des alten Zacharias gerade recht. Ein Unfall, sind die Dorfbewohner überzeugt, doch Leonidas weiß es besser und findet in der schönen Angeliki eine Insulanerin, die seinen Verschwörungstheorien Gehör schenkt. Die leise, charmante Komödie des in London geborenen Zyprioten Christo Georgiou besticht durch ihre Atmosphäre.
Griechenland/Deutschland 2008, 88 Min.

DOKUMENTATION/PORTRÄT
Ab 25. Juni:
Auf der Suche nach dem Gedächtnis
Der Nobelpreisträger Eric Kandel ist einer der bedeutendsten Hirnforscher unserer Zeit. Seit mehr als 50 Jahren beschäftigt er sich mit der Entschlüsselung molekularer Prozesse im Gehirn, die unserem Erinnerungsvermögen zugrunde liegen. Dass das Gedächtnis für Kandel zu den bemerkenswertesten Aspekten der menschlichen Existenz gehört, hat auch mit seiner eigenen Geschichte zu tun: Den traumatischen Kindheitserlebnissen des 1929 in Wien geborenen Juden, der mit neun Jahren dem Holocaust durch Emigration in die USA entging. Dort wurde er Psychoanalytiker und Mediziner. In ihrem dichten, sehr persönlichen Porträt stellt Petra Seeger den Forscher und ungemein emotionalen, humorvollen Menschen vor. Lesetipp: Eric Kandels Buch „Auf der Suche nach dem Gedächtnis“ erscheint im August als Taschenbuch.
Deutschland 2008, 95 Min., Engl. mit dt. UT
Sabine Schuchart

Foto: Arthaus
Foto: Arthaus
DVD-Tipp
Wunder des Lebens
Tagtäglich bringen Frauen in allen Teilen der Erde Kinder zur Welt – etwas ganz Natürliches und doch jedes Mal ein Wunder. Völlig unterschiedlich sind die Rituale, mit deren Hilfe sie sich auf die Entbindung vorbereiten. Für die Indianerin im Amazonas-Regenwald ist es wichtig, sich mit Körperbemalung für ihr Kind zu schmücken. Die Hippiefrau Stefanie im Norden von Amerika verzichtet freiwillig auf eine Entbindung im Krankenhaus, während Maneh ihr Kind inmitten der Sahara zur Welt bringen muss. Rund um den Globus begleitet die Dokumentation Frauen bei der Geburt.

„Der erste Schrei“, ca. 94 Min., Arthaus, Sprachen: Deutsch/
Französisch, FSK: ab 6 Jahre, ca. 16 Euro, Bezug über Buch- und Fachhandel oder Internet
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