ArchivDeutsches Ärzteblatt PP6/2009Verbraucherschutz: Tätowierfarben sollen sicherer werden

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Verbraucherschutz: Tätowierfarben sollen sicherer werden

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Kaum Studien zu Tattoos: Wie genau die Stoffe im Körper wirken, ist nicht abschließend geklärt. Foto: Fotolia
Kaum Studien zu Tattoos: Wie genau die Stoffe im Körper wirken, ist nicht abschließend geklärt. Foto: Fotolia
Seit Mai ist die deutsche Tätowiermittel-Verordnung in Kraft. Damit gibt es erstmals besondere Regelungen für Mittel zum Tätowieren und für Permanent Make-up. Dazu zählen neben gesundheitlichen Anforderungen an die Mittel auch Kennzeichnungsvorschriften. Bisher galten für die Sicherheit von Stoffen in Tätowiermitteln und Permanent Make-up nur allgemeine Regelungen, spezifische gab es nicht.

Die Tätowiermittel mit Farbstoffen, Lösungsmitteln und Konservierungsstoffen sowie möglichen Verunreinigungen werden im Gegensatz zu kosmetischen Mitteln nicht auf die Haut aufgetragen, sondern in die Haut eingebracht. Von dort können sie in den Blutkreislauf gelangen oder Immunreaktionen auslösen. Wie die Stoffe im Körper wirken, ist bislang kaum untersucht. Umso wichtiger ist es, dass Tätowiermittel und Permanent-Make-up-Farben nur solche Stoffe enthalten, bei denen kein gesundheitliches Risiko besteht. So wird die Verwendung vieler bedenklicher Stoffe verboten. Es darf zum Beispiel nicht mit krebserzeugenden Azofarbstoffen tätowiert werden oder mit dem allergenen p-Phenylendiamin.

Die Verordnung sollte künftig nach Auffassung des Bundesinstituts für Risikobewertung eine Positivliste mit zugelassenen Bestandteilen enthalten. Voraussetzung dafür sind Prüfkriterien für eine Risikobewertung der Stoffe. Dazu müsste zunächst erfasst werden, welche Farbmittel und anderen Stoffe für Tattoos verwendet werden. Forschungsbedarf besteht zu der Frage, wie sich die Stoffe im Körper verteilen und wie sie dort wirken. Hersteller von Tätowiermitteln müssten außerdem Sicherheitsdaten ihrer Produkte zur Verfügung stellen. EB
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