ArchivDeutsches Ärzteblatt PP6/2009Schulsport: Bewegungserziehung ist Lebenserziehung
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LNSLNS Es ist doch hinreichend belegt, dass Schüler aus bewegungsfreundlichen Grundschulen mit täglichem Sportunterricht (sehr selten) beispielsweise signifikant weniger Gewichtsprobleme sowie eine bessere motorische und mentale Leistungsfähigkeit aufweisen als die Kinder nicht sportbetonter Schulen. Paradoxerweise fällt allerdings für die bereits flügellahmen Haltungen der meisten Kinder und Jugendlichen hierzulande jede dritte bis vierte Schulsportstunde ersatzlos aus (zum Beispiel in Bayern im Jahr 2000 über zwei Millionen), obwohl 80 Prozent der Kinder selbst mehr Schulsport fordern. Den „unbeweglichen“ politischen Entscheidungsträgern ist offenbar nicht bewusst, dass eine mögliche Vernachlässigung der Bewegung in der Grundschule von größter gesellschaftlicher Bedeutung ist, da unsere Solidargemeinschaft schon heute jedes Jahr mit weiter steigender Tendenz allein 100 Milliarden Euro für Bewegungsfehler zu „blechen“ hat.

Vielleicht sollten die deutschen Kultusminister mal in der Schrift „Über Erziehung für Erzieher oder Pädagogik“ von Johann Michael Sailer aus dem Jahre 1831 nachlesen: „Die bloße Beweglichkeit der Kinder spricht sie, die Bewegung, schon als Gesetz aus. Und wie die Alten der allerfüllenden Natur einen Horrorem vacui, eine Scheu vor Leerheit beilegten: so hat die Kindernatur eine Scheu vor dem unbewegten, todten Wesen. Jede Hemmung der freien Bewegung ist also Kinderfolter.“
Dr. oec. troph. Martin Hofmeister, Verbraucherzentrale Bayern e.V. – Referat Ernährung, Mozartstraße 9, 80336 München
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