ArchivDeutsches Ärzteblatt PP6/2009Depressionen bei Kindern: Müdigkeit ein wichtiger Indikator

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Depressionen bei Kindern: Müdigkeit ein wichtiger Indikator

PP 8, Ausgabe Juni 2009, Seite 273

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LNSLNS Schätzungsweise zwei Prozent der Kinder im Kindergartenalter sind depressiv. Bisher war jedoch kaum bekannt, welche Indikatoren auf Depressionen im Kindergartenalter hinweisen. Psychotherapeuten und Psychiater um Joan Luby von der Washington University School of Medicine haben sich dieser Frage jetzt angenommen. Sie erfassten die psychischen und körperlichen Symptome von 305 Kindern im Alter zwischen drei und sechs Jahren mithilfe umfangreicher Tests; außerdem führten sie Interviews mit den Erziehungsberechtigten. Anschließend wurden 66 depressive Kinder mit 196 nicht betroffenen Kindern verglichen. Im Vergleich zur Kontrollgruppe zeigten die depressiven Kinder Symptome wie Gewichtsschwankungen, Schlafprobleme, Agitation, kognitive Beeinträchtigungen, Schuldgefühle, Beschäftigung mit dem Tod, Irritierbarkeit, Niedergeschlagenheit und Freudlosigkeit. Da Schuldgefühle und Müdigkeit besonders stark ausgeprägt waren, bezeichneten Luby und Kollegen sie als die „beiden wichtigsten Indikatoren von Depressionen bei Kindergartenkindern“. Die Wissenschaftler konnten bei depressiven Kindern keine Entwicklungsverzögerungen oder andere Schädigungen feststellen, was sie hoffnungsvoll kommentieren: „Mit frühzeitiger Intervention kann bei Kindergartenkindern noch viel bewirkt werden.“ ms

Luby J, Belden A, Pautsch J, Si X, Spitznagel E: The clinical significance of preschool depression: Impairment in functioning and clinical markers of the disorder. Journal of Affective Disorders 2009; 112: 111–9.
Joan Luby, Washington University School of Medicine, Department of Psychiatry, Box 8134, 660 S. Euclid, St. Louis, MO 63110 (USA), E-Mail: lubyj@psychiatry.wustl.edu
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