ArchivDeutsches Ärzteblatt PP6/2009Spielsucht bei Frauen: Flucht vor Problemen

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Spielsucht bei Frauen: Flucht vor Problemen

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LNSLNS Die Spielsucht erfasst zunehmend auch das weibliche Geschlecht. Norwegische Psychologen haben sich jetzt damit beschäftigt, ob und inwiefern sich weibliche von männlichen pathologischen Spielern unterscheiden. Sie werteten 399 Abstracts und 28 einschlägige Studien aus, die zwischen 1970 und 2007 veröffentlicht worden waren, und stellten fest, dass Frauen im Vergleich zu Männern später im Leben mit dem Spielen anfangen (zwischen 30 und 37 Jahren), schneller süchtig werden (sogenannter telescoping effect) und nur einige wenige Spiele bevorzugen. Dazu gehören Glücksspiele, vor allem elektronische Spiele (zum Beispiel Spielautomaten, Bingo, Videospiele), die ein hohes Suchtpotenzial haben. Außerdem versuchen sie eher als Männer, sich durch das Glücksspiel von emotionalem Stress und Sorgen abzulenken. Männer reizt hingegen die Aussicht auf Gewinn und Kontrolle. Sowohl männliche als auch weibliche Spielsüchtige verschulden sich und geraten in Konflikt mit dem Gesetz, Männer werden jedoch eher gewalttätig. Neben der Spielsucht sind Frauen häufig von Ängsten und emotionalen Störungen, Männer hingegen von Alkoholabhängigkeit betroffen. Im Hinblick auf eine geschlechtsspezifische Spielsuchttherapie meinen die Autoren: „Kurze, intensive Interventionen mit Fokus auf emotionale Probleme und Bedürfnisse versprechen am ehesten Erfolg bei Spielerinnen.“ ms

Wenzel HG, Dahl AA: Female pathological gamblers. A critical review of the clinical findings. International Journal of Mental Health and Addiction 2009; 7(1): 190–202.
Hanne Gro Wenzel, St. Olav University Hospital, Trondheim (Norway),
E-Mail: hanne.g.wenzel@ntnu.no
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