ArchivDeutsches Ärzteblatt24/2009Ärzteprotest: Die Erbhöfe
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Es ist sehr interessant wie die Ärzteschaft immer nur nach außen blickt und in der Politik, namentlich in Ulla Schmidt und dem Oberlehrer der Nation, Herrn Professor Lauterbach, den Grund allen Übels sieht. Aus nervenärztlicher Sicht kann man hier von dem Verarbeitungsprinzip der Verleugnung sprechen. Es wird einfach weggeschaut von dem eigentlich offensichtlichen Verteilungsproblem, das wir Ärzte haben. In unserer Gemeinschaftspraxis mit acht Kollegen verschiedener Fachdisziplinen sehe ich diese Tatsache auf jedem Abrechnungsbescheid, den wir bekommen. Die GKV-Einnahmen liegen bei gleicher Arbeitszeit derart auseinander (nachweisbar bei bestimmten Fachgruppen 160/2100 Prozent zu den sogenannten Niedriglohnfachgruppen, zu denen leider die Neurologen gehören), dass man sich verwundert die Augen reibt. Hier liegt der Hase im Pfeffer! Bei Bereinigung dieser Erbhöfe, die seit Jahrzehnten gepflegt werden, wäre Geld vorhanden, um den Kollegen eine angemessenere Vergütung zu zahlen, die am Ende der Einkommensschere stehen. Es gibt keine vernünftige Begründung, warum Laborärzte, Radiologen, Onkologen, um nur einige der Gutverdiener zu nennen, derart viel mehr verdienen müssen (nach Abzug der Praxisunkosten wohlgemerkt!) als Fachgruppen, die am unteren Ende der Skala stehen. Interessanterweise hört man zu diesem Punkt so gut wie nie etwas von der KV oder dem Medi-Verbund. In diesem Sinne wünsche ich uns innerärztliche Courage und Mut, diese Altlasten abzubauen und nicht immer nur zu jammern, wie schlecht es uns geht.
Andreas J. Rivoir, Am Eichhof 30, 75223 Niefern-Öschelbronn
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