ArchivDeutsches Ärzteblatt24/2009Schulterschmerzen: Problematische Empfehlung
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Ihr Artikel entspricht teilweise nicht mehr dem modernen Stand der orthopädischen Chirurgie. Es wird pauschal behauptet, „Schultern“ würden zu schnell operiert. In der täglichen Praxis sehe ich täglich genau das Gegenteil. Dabei geht es nur zu einem geringen Anteil um echte Verletzungen der Schulter. Die viel häufigeren degenerativen Veränderungen mit Rupturen der Rotatorenmanschette sind hier problematisch. Diese werden nach wie vor lange konservativ behandelt. Auch der von Ihnen zitierte Chirurg kommt zu dem Schluss: „Auch Patienten unter 50 Jahren mit degenerativen Rupturen sollten zeitnah operiert werden.“ Oder anders herum gesagt, über 50 Jahre sollte man diese Rupturen eher nicht versorgen. Eine heute absolut nicht mehr haltbare Darstellung. Wer Patienten sieht, die mit 60 oder 70 Jahren – nicht wenige haben dabei heute noch eine Lebenserwartung von 20 Jahren – unter einem massiven und irreparablen, weil nicht primär operativ versorgten, degenerativen Schaden der Rotatorenmanschette leiden, der wird nie mehr leichtfertig von einer OP diesbezüglich abraten. Im Übrigen halte ich auch die Empfehlung, eine vordere Schulterluxation in 30° Außenrotation drei Wochen ruhigzustellen, für ausgesprochen diskussionswürdig.

Dr. Walter Hauf, Gründungsmitglied der Deutschen Vereinigung für Schulter- und Ellenbogenchirurgie e.V., Hauptplatz 14, 85276 Pfaffenhofen
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