ArchivDeutsches Ärzteblatt24/2009Organspende: Verräterische Sprache
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Die dogmatische Einstellung zum Thema „Organspende“, die trotz aller Sachlichkeit aus diesem Beitrag spricht, finde ich sehr bedenklich. Der Gebrauch der Sprache ist hier wieder einmal verräterisch. Man muss sich nur den ersten Abschnitt des Artikels auf der Zunge zergehen lassen: „Das Transplantationsgesetz (TPG) erklärt die postmortale Organspende zur gemeinsamen Aufgabe aller Krankenhäuser: Es verpflichtet sie zur engen und vertrauensvollen Zusammenarbeit mit der Koordinierungsstelle . . . Sie sind verpflichtet, jeden potenziellen Organspender an die Koordinierungsstelle zu melden.“ Das ist der Jargon von Funktionären, der in seiner Wortwahl schon fast an das Vokabular totalitärer Systeme erinnert. In diesem Weltbild ist es von der „Meldung“ des Organspenders nur noch ein Schritt bis zur gesetzlichen Verpflichtung, dessen Körperteile der DSO auch zur Verfügung zu stellen. Der Gedanke, dass auch ein Arzt aus Gewissensgründen der „postmortalen“ Organspende skeptisch gegenüberstehen könnte, kommt deren Befürwortern schon gar nicht mehr in den Sinn . . .
Ludwig Wilsing, Im Hainbuchenfeld 9, 21358 Mechtersen
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