ArchivDeutsches Ärzteblatt24/2009Diagnosesystem: Pathologische Bewegungsabläufe erkennen

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Diagnosesystem: Pathologische Bewegungsabläufe erkennen

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Das Trendelenburg-Zeichen (nach Friedrich Trendelenburg) ist die Bezeichnung für das klinische Bild einer Lähmung der Musculi glutei medius et minimus, die aufgrund einer Schädigung des Nervus gluteus superior hervorgerufen wird. Abbildung aus der Erstbeschreibung des Trendelenburg-Zeichens (1895) Quelle: Trendelenburg F: Über den Gang bei angeborener Hüftluxation. Deutsche Medizinische Wochenschrift Nr.2, Jg. 1895, 21–24.
Das Trendelenburg-Zeichen (nach Friedrich Trendelenburg) ist die Bezeichnung für das klinische Bild einer Lähmung der Musculi glutei medius et minimus, die aufgrund einer Schädigung des Nervus gluteus superior hervorgerufen wird. Abbildung aus der Erstbeschreibung des Trendelenburg-Zeichens (1895) Quelle: Trendelenburg F: Über den Gang bei angeborener Hüftluxation. Deutsche Medizinische Wochenschrift Nr.2, Jg. 1895, 21–24.
Ein Diagnosesystem für die Bewegungsanalyse haben Experten vom Lehrstuhl für Mechanik und Robotik der Universität Duisburg-Essen (UDE) und das Biotechnikunternehmen ITBB entwickelt. Mit dem System „MobileBody“ lassen sich pathologische Bewegungsabläufe diagnostizieren und der Erfolg von Behandlungen kontrollieren. Es optimiert bisherige Analysemethoden und erleichtert die Arbeit in der Praxis.

Um Störungen festzustellen, klebt man derzeit reflektierende Kugeln auf Stellen am Körper, die für die Bewegung relevant sind. Diese Marker werden von Infrarotkameras verfolgt, während sich der Proband über eine Messstrecke bewegt. Dadurch können anschließend das Skelett und die Bewegungsabläufe rekonstruiert und ausgewertet werden. „Es gibt aber zwei Probleme bei den derzeitig verfügbaren Softwarelösungen: Sie haben erstens nur ein Standardskelett, das an die Größe des jeweiligen Probanden angepasst wird und somit nicht die wirkliche Topologie des Patienten wiedergibt. Zweitens bestehen die Ergebnisse aus Plots und Grafiken, die für Ärzte meist nur schwer interpretierbar sind und ein großes Erfahrungswissen erfordern“, erläuterte Dipl.-Ing. Dominik Raab (UDE).

Deshalb kombinieren die Wissenschaftler diese Analyse mit einer Magnetresonanztomografie und Röntgenaufnahmen. Die Auswertung ist genauer, und man kann am Ende das Originalskelett des Probanden betrachten. Zudem werden die Ergebnisse angepasst an den klinischen Alltag aufbereitet. „Die nach medizinischen Kriterien ausgelegte Benutzeroberfläche liefert direkt verwertbare Aussagen. Ein Beispiel: Ein Trendelenburg genanntes medizinisches Syndrom wird je nach Ausprägung bei einem Patienten mit Graden von 0 bis 3 bewertet (0 = gut, 3 = schlecht). Unsere Anwendung verarbeitet die Messergebnisse mit einem Algorithmus, und am Ende geht eine von vier Lampen an (grün = 0 = gut, rot = 3 = schlecht). So muss der Arzt keine komplizierten Grafiken auswerten, sondern kann das Ergebnis direkt sehen“, erklärt Kecskeméthy. Das System wird derzeit in der medizinischen Forschung erprobt (Informationen im Internet unter: www.uni-due.de/lmr). EB
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