ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2009Medizinische Versorgungszentren: Zunehmend etablierte Versorgungsform

BERUF

Medizinische Versorgungszentren: Zunehmend etablierte Versorgungsform

Dtsch Arztebl 2009; 106(25): [91]

Hillienhof, Arne

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LNSLNS Medizinische Versorgungszentren (MVZ) haben sich als Versorgungsform etabliert. Im Vergleich zu den Praxen führen sie jedoch immer noch ein Nischendasein. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie, die die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) vorgestellt hat.

So gab es im dritten Quartal 2008 1 152 MVZ. Dem gegenüber stehen 80 000 zugelassene Arztpraxen. Die KBV hatte im Rahmen einer Studie die strategische Positionierung Medizinischer Versorgungszentren untersucht. Demnach erfreuten sich MVZ im ersten Halbjahr 2008 besonders in Bayern, Berlin und Niedersachsen sowie in urbanen Zentren wachsender Beliebtheit.

„In Ballungsräumen können MVZ eine gute Ergänzung zur ambulanten Versorgung in den Praxen darstellen. Im ländlichen Raum sind sie hingegen eine Chance, um die medizinische Grundversorgung der Menschen zu gewährleisten“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der KBV, Dr. med. Andreas Köhler.

Bundesweit werden durchschnittlich 70 MVZ pro Quartal gegründet. Während das von Krankenhäusern gegründete MVZ in den neuen Bundesländern dominiert, ist in Westdeutschland das vertragsarztgeführte Zentrum vorherrschend. Die häufigste Gesellschaftsform ist laut Studie die GmbH. Dementsprechend könnte laut Einschätzung der Autoren künftig dem von einer Managementgesellschaft betriebenen vertragsärztlichen MVZ eine größere Bedeutung zukommen.

„Hier liegt auch eine Gefahr, MVZ vorrangig als Geschäfts- und nicht als Versorgungsmodell zu sehen“, warnte Köhler. Gewinnorientierte Kapitalgesellschaften als MVZ-Eigner könnten versuchen, aus wirtschaftlichen Gründen direkten Einfluss auf die ärztliche Tätigkeit zu nehmen. „Dem muss der Gesetzgeber vorbeugen“, forderte der KBV-Vorsitzende. Unabhängig davon, ob Ärzte als selbstständige Vertragsärzte oder angestellt arbeiteten, seien sie Angehörige eines freien Berufs. hil
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