ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2009Krankenhausärzte: Jeder zweite leistet unbezahlte Überstunden

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Krankenhausärzte: Jeder zweite leistet unbezahlte Überstunden

Dtsch Arztebl 2009; 106(25): A-1277 / B-1089 / C-1061

Rose, Christina

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Mit der zusätzlichen Arbeitszeit gleichen die Ärzte unbesetzte Stellen aus. Foto: Fotolia
Mit der zusätzlichen Arbeitszeit gleichen die Ärzte unbesetzte Stellen aus. Foto: Fotolia
Fast jeder zweite Krankenhausarzt in Westfalen-Lippe erhält weder Geld noch einen Freizeitausgleich für geleistete Überstunden: Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Ärztekammer Westfalen-Lippe.

„Diese Kollegen leisten durchschnittlich elf Überstunden pro Woche. Das entspricht bei einem Assistenzarzt einem monatlichen Geschenk von 800 bis 1 500 Euro an den Arbeitgeber“, kritisierte Kammerpräsident Dr. med. Theodor Windhorst. Die meisten Überstunden fielen in mittelgroßen Häusern mit 150 bis 300 Betten an. Lediglich 15 Prozent der Befragten erhielten für ihre Mehrarbeit eine Vergütung oder Freizeitausgleich. Vier von fünf Befragten gaben an, in ihrer Abteilung seien durchschnittlich zwei Arztstellen unbesetzt. Dies gehe auch zulasten der medizinischen Qualität. „Darunter leiden ihre Angestellten und letztendlich die Patienten“, erklärte Windhorst.

Karsten Gebhardt, Präsident der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen, wies die Vorwürfe zurück: „Die ausgesprochen negative Darstellung der Ärztekammer Westfalen-Lippe zur Umsetzung des Arbeitszeitgesetzes in den westfälischen Kliniken hat mit der Realität nichts zu tun.“ Es handle sich nicht um eine repräsentative Umfrage, da sich von 15 000 Krankenhausärzten in Westfalen-Lippe lediglich 1 100 beteiligt hätten. CR
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