ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2009Randnotiz: Neue Prioritäten
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LNSLNS Wer hätte vor zehn Jahren geglaubt, dass Krankenhäuser einmal um die Gunst ihrer angestellten Ärztinnen und Ärzte würden buhlen müssen und dass Chefärzte höchstpersönlich den Telefonhörer in die Hand nehmen würden, um Bewerberinnen und Bewerber zu einem Gespräch in ihre Klinik zu bitten? Wahrscheinlich niemand. Doch die Zeiten ändern sich und mit ihnen die Prioritäten.

Beobachter des Krankenhaussektors sehen beim Ärztemangel noch längst keine Wende zum Besseren: „Das Thema Personalgewinnung und -sicherung wird künftig zum wichtigsten Thema für viele Kliniken werden“, prophezeite Prof. Dr. Heinz Lohmann, Vorsitzender der Initiative Gesundheitswirtschaft und Leiter des Kongresses „Krankenhaus, Klinik, Rehabilitation“ des Hauptstadtkongresses, gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt. Viele Gesundheitsanbieter legten bereits Programme auf, mit denen sie das Problem in den Griff bekommen wollten. Einige böten eine vertraglich garantierte, strukturierte Weiterbildung, persönliche Personalbetreuer für neu angestellte Ärztinnen und Ärzte oder gar eine betriebliche Altersvorsorge.

Auch der Marburger Bund (MB) kann dem Ärztemangel viele positive Seiten abgewinnen. Beispielsweise habe er die arztspezifischen Tarifverträge und die Verbesserungen der Arbeitsbedingungen für die angestellten Ärztinnen und Ärzte erst ermöglicht, erklärte Armin Ehl. Der MB-Hauptgeschäftsführer hat zugleich für die Klinikmanager noch einige Tipps, mit denen sich Personal gewinnen ließe: Obergrenzen für die Arbeitszeiten sowie bessere Führungsqualitäten der Chefärzte, die nicht wie bisher auf den Aufbau einer starren Hierarchie bedacht sein sollten. Tja, die Zeiten ändern sich. Und das ist gut so.
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