ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2009Studium: Am Ziel vorbei
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Die Klage des Autors über die mangelnde finanzielle Ausstattung der Universitäten, besonders der medizinischen Fakultäten ist mit Sicherheit sehr berechtigt. Für das Ihrer Schilderung nach zunehmende „Desaster der Studienqualität“ in den medizinischen Fakultäten jedoch ausgerechnet die – wie sie selbst schreiben – „kleine Gruppe“ sich Einklagender verantwortlich zu machen, ist wohl am Ziel vorbeigeschossen. Dass bei einem durch die Demografie und den medizinischen Fortschritt bedingten zunehmenden Bedarf an Ärzten in dieser Gesellschaft den Willigen und Motivierten der Zugang zum Medizinstudium verwehrt wird, weil die durch die Politik nur unzureichend ausgestatteten Hochschulen sich angeblich nicht in der Lage sehen, eine gute Ausbildung zu gewährleisten, kann nicht den um einen Studienplatz Kämpfenden angelastet werden.

In den Achtzigerjahren waren die gleichen Klagen der Hochschulen gegen Quereinsteiger und Einklager ins Medizinstudium zu hören. In dieser Zeit absolvierte ich mein Medizinstudium an der angeblich weit überbelegten Universität Mainz und habe mein Studium nach wie vor als sehr anspruchsvoll, sehr interessant und mich in allen Bereichen hervorragend auf den Beruf vorbereitend in Erinnerung. Nach mittlerweile 26 Jahren Berufsausübung sind mir immer noch viele medizinische Axiome und in den Vorlesungen und Praktika erworbene Wissensgrundlagen präsent und jederzeit abrufbar . . . Dafür empfinde ich gegenüber meiner ehemaligen Universität und ihren engagierten Lehrern nach wie vor große Dankbarkeit. Übrigens, auch ich gehöre – wenn zwar nicht zu den damaligen Klagenden – dann wohl Ihrer Meinung nach zu denen, denen es an „nötiger Verantwortung und Leistungsbereitschaft für ihre berufliche Zukunft“ mangelte, denn ich habe mangels ausreichender Abinoten eine sechsjährige Wartezeit sinnvoll bis zum Studienbeginn hinter mich gebracht . . .
Dr. med. Stefan J. Lieberich, Steinbrunnerweg 8, 67271 Battenberg
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