ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2009Malaria: Erfahrungen in Afrika
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Während eines acht Jahre langen Aufenthalts in Mosambik und Guinea-Bissau mit Nebenbei-Erfahrung mit Malaria (Hauptjob waren Lepra, Tuberkulose und Aids) hat die WHO-Strategie gegen Malaria in Afrika außer großen Propagandawolken nichts Wesentliches freigesetzt. Und die viel gepriesenen insektizid-getränkten Moskitonetze, mit Pomp und Freibier eingeführt, sind in der Regel löchrig, schlecht angebracht oder werden nicht benutzt. Über DDT-spraying, nutzvoll mehr für Chemiehändler als gegen Mücken, sage ich nichts.

Um Rom legte man die Sümpfe trocken und reduzierte die Transmission – ausgerottet aber hat man die Malaria durch konsequente Behandlung . . . 1944, wenn ich mich nicht irre, gab es den letzten autochthonen Malariafall Deutschlands, in Wilhelmshaven. Auch hier konsequent behandelt, verschwand die Malaria. Niemand schläft unter Moskitonetzen in Rom oder in Wilhelmshaven. Eine Strategie, die sich gegen einen Nebenschauplatz richtet, kann nicht siegen. Nicht die Mücken sind der „Bösewicht“, sondern der malariakranke Mensch. Die Mücke transportiert nur, was der Kranke ihr anbietet. Eine Malaria-Prävalenz ist bekanntermaßen ein Indikator für ein schlecht funktionierendes Gesundheitssystem; stärkt man dieses, verschwindet jene von alleine, mit oder ohne Moskitonetze. Behandeln, nicht sprühen oder zelten, und die Letzteren nur initial und aus der Not heraus. Die Gesundheitssysteme stärken, darauf kommt es an, alles andere ist nahe bei palliativer Augenwischerei, ist „managing the problem, not solving“.
Dr. med. Wolfgang Hippke, Westendstraße 250, 80686 München
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