ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2009Internisten: Weise gesprochen
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Es ist immer wieder schön, solche Artikel zu lesen. Sie zitieren den amtierenden Präsidenten der DGIM, Herrn Prof. Kolloch. Er spricht weise, damit es am Ende nicht heißt „leitliniengerecht verstorben“, sondern „leitlinienbefreit überlebt“. Auf das Augenmaß kommt es an. Ich als allgemeinärztlicher Hausarzt bin immer wieder damit beschäftigt, eine Übertherapie – vom Krankenhaus oder vom Spezialisten verordnet – herunterzufahren. Aber nicht nur bei den alten, auch bei den jüngeren Patienten – bei denen sich die späteren gesundheitlichen Probleme frühzeitig ankündigen (wer hinsieht und hinhört, der erkennt die Vorzeichen) – gibt es diese einseitigen Fokussierungen, die auch die finanziellen Ressourcen überstrapazieren.

Vor 25 Jahren durfte ich im DÄ einen Artikel veröffentlichen „Plädoyer für eine alternative Praxisführung“, in dem ich für eine ganzheitliche Betrachtung warb und auch um die Berücksichtigung natürlicher Heilmethoden im Sinne Kneipps. Ich mahnte eine bessere Bezahlung des ärztlichen Gesprächs an. Auf diese bessere Bezahlung warte ich bis heute. Gelänge es, dem Arzt sein ehrlich verdientes Honorar auch über das gründliche Gespräch zu gewähren anstatt in der Regel über das technische Drumherum, dann wäre schon sehr viel für die Patienten gewonnen, nämlich das für ihn Wesentliche im Auge zu bewahren: die gesunde Lebensweise mit Gewinn für Lebensjahre und Qualität bei „Erhaltung der kognitiven Funktionen und der physischen Mobilität“.

Wilhelm Breitenbürger, Schlesische Straße 32, 10997 Berlin
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