ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2009Vera Regitz-Zagrosek: Vorreiterin der Gender-Medizin

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Vera Regitz-Zagrosek: Vorreiterin der Gender-Medizin

Hibbeler, Birgit

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Vera Regitz-Zagrosek Foto: privat
Vera Regitz-Zagrosek Foto: privat
Frauen und Männer können bei der gleichen Erkrankung unterschiedliche Symptome zeigen – wie etwa beim Herzinfarkt. Außerdem spricht vieles dafür, dass Medikamente in weiblichen Organismen anders wirken als in männlichen. Doch in der Forschung bleiben diese Unterschiede häufig unberücksichtigt.

Prof. Dr. med. Vera Regitz-Zagrosek (55) setzt sich dafür ein, dass sich das ändert. Die Kardiologin leitet das Institut für Geschlechterforschung an der Charité – Universitätsmedizin Berlin (www.charite.de/gender) – das einzige Institut für geschlechtsspezifische Medizin in Deutschland. Außerdem ist Regitz-Zagrosek Gründungspräsidentin der International Society for Gender in Medicine und der Deutschen Gesellschaft für Geschlechtsspezifische Medizin. „Klinische Studien werden immer noch meist an jungen Männern durchgeführt, und die Labortests nehmen Forscher an jungen männlichen Mäusen vor“, kritisierte die Wissenschaftlerin kürzlich im Vorfeld des Internistenkongresses in Wiesbaden. Diese einseitige Betrachtungsweise führe dazu, dass man nicht wisse, wie die jeweiligen Stoffe den Krankheitsverlauf bei Frauen beeinflussten und welche Nebenwirkungen aufträten.

Großes Potenzial für die Entwicklung besserer Medikamente blieben so ungenutzt. „Frauen scheinen bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen biologische Vorteile zu haben. Welche das sind und wie wir diese Erkenntnisse auch für Männer nutzen können, ist ein vielversprechender Ansatz für die Arzneimittelentwicklung“, betonte Regitz-Zagrosek. Birgit Hibbeler
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