ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2009Kulturkalender: Was Menschsein wirklich heißt

KULTUR

Kulturkalender: Was Menschsein wirklich heißt

Dtsch Arztebl 2009; 106(25): A-1316 / B-1120 / C-1092

Schuchart, Sabine

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Foto: Courtesy VG Bild-Kunst; Bonn; Anne Gold
Foto: Courtesy VG Bild-Kunst; Bonn; Anne Gold
Alle vier Wochen stellt das Deutsche Ärzteblatt eine Auswahl von herausragenden Ausstellungen vor, die Sie nicht verpassen sollten.

AACHEN
27. Juni bis 30. August:
Ludwigs Grafik – Teil 1
Aus seinem riesigen Bestand von 2 000 Arbeiten auf Papier plant das Aachener Ludwig-Forum eine mehrteilige Ausstellungsreihe. Der erste Themenschwerpunkt „Von Warhol bis Pettibon“ präsentiert in Kooperation mit der Peter-und-Irene-Ludwig-Stiftung nordamerikanische Kunst der 1960er- bis zum Beginn der 90er-Jahre: Frühe Arbeiten von Robert Rauschenberg, Roy Lichtenstein und Andy Warhol stehen neben repräsentativen Vertretern des Hyperrealismus, des Pattern & Decoration und der Concept Art. Hinzu kommen herausragende Einzelpositionen, etwa von Nancy Graves und Raymond Pettibon (im Bild links: eine Zeichnung aus der Serie „Gouachen 1986–93“).
Ludwig-Forum für Internationale Kunst,
Jülicher Straße 97–109, Di./Mi./Fr. 12–18,
Do. 12–20, Sa./So. 11–18 Uhr

BERLIN
19. Juni bis 22. November:
Bilderträume. Die Sammlung Pietsch
Träume und Fantasie, Unbewusstes und Mysteriöses, Sexualität und Gewalt prägen die Welt der surrealistischen Kunst. Max Ernst und André Breton gehörten um 1920 in Paris zu den Mitbegründern. Durch die Auswanderung zahlreicher Künstler im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich die Hinwendung zu vom Verstand losgelösten Schaffensprozessen im New York der 40er- und 50er-Jahre weiter und beeinflusste die Entstehung des Abstrakten Expressionismus. Auf diese beiden Perioden konzentriert sich das Berliner Ehepaar Ulla und Heiner Pietsch mit seiner eindrucksvollen Sammlung Klassischer Moderne. Mehr als 150 Werke – neben berühmten surrealistischen Gemälden frühe Arbeiten von Pollock, Reinhardt, Rothko, Motherwell und Newman, die den Beginn der Vorherrschaft New Yorks in der Kunst dokumentieren – sind nun für fünf Monate in der Nationalgalerie zu Gast.
Neue Nationalgalerie, Potsdamer Straße 50, Di.–Fr. 10–18, Do. 10–22, Sa./So. 11–18 Uhr

LEIPZIG
Bis 13. September:
Werner Tübke
Man mag zur DDR-Kunst stehen, wie man will – zumindest als Zeitdokument ist das Werk von Werner Tübke, der mit Bernhard Heisig und Wolfgang Mattheuer die erste Generation der sogenannten Leipziger Schule bildete, von großem Interesse. Aus Anlass seines 80. Geburtstags widmet die Stadt, in der Tübke sechs Jahrzehnte arbeitete, wohnte und als Lehrer und Rektor der Hochschule für Grafik und Buchkunst wirkte, dem 2004 verstorbenen Maler eine umfassende Retrospektive. Die Auswahl von rund 90 Bildern der Jahre 1953 bis 1994 bildet alle wichtigen Themenbereiche seines Gesamtwerks ab. Nächste Station der Schau ist das Kunstforum der Berliner Volksbank (30. September 2009 bis 3. Januar 2010).
Museum der bildenden Künste, Katharinenstraße 10, Di./Do.–So. 10–18, Mi. 12–20 Uhr

Foto: Haus der Kunst, München
Foto: Haus der Kunst, München
MÜNCHEN
19. Juni bis 16. August:
Große Kunstausstellung 2009
„Was uns antreibt“ ist das so interessante wie ehrgeizige Motto der Großen Kunstausstellung 2009. Alljährlich wird diese Schau von Künstlern für Künstler organisiert, um einen Querschnitt zeitgenössischer Positionen zu zeigen. In diesem Jahr wählte die Neue Münchner Künstlergenossenschaft aus 1 037 Bewerbern 120 Teilnehmer mit 219 Werken (Bild: „Opferkugel, 2003“ von Babette Ueberschär) aus. Die Frage nach der Motivation künstlerischen Schaffens ist von zentraler Bedeutung: Was bewegt Künstler dazu, das zu tun, was sie tun? Was steckt hinter dem permanent von Zweifeln begleiteten Glauben an das eigene Werk? Doch weit darüber hinaus geht es letztlich auch um die Frage, was Menschsein wirklich heißt.
Haus der Kunst, Prinzregentenstraße 1,
tgl. 10–20, Do. 10–22 Uhr
Sabine Schuchart

Der Besondere Tipp
Goethe und die Medizin
Bereits während seiner Jura-Studienzeit in Straßburg lebte Johann Wolfgang Goethe im Kreis von Medizinstudenten und besuchte Vorlesungen in Anatomie. Fasziniert von Naturwissenschaften und Medizin, verfolgte er zeitlebens die aktuellen Entwicklungen. Eine Ausstellung in Düsseldorf zeigt den Literaten als eifrigen Forscher, der 1784 den Zwischenkieferknochen beim Menschen nachwies, als Künstler, der in Werken wie dem Werther oder Wilhelm Meisters Lehrjahren körperliche und seelische Krankheiten verarbeitete, und als Patienten. Goethe war der Meinung, dass das Durchleben einer Krankheit eine besondere Form der Selbstbegegnung darstelle. Er litt unter anderem an Pocken (1758), Blutsturz und Lungenentzündung (1768/69), Rheuma (1792) und Nierenkoliken (ab 1805) und hatte 1823 einen Herzinfarkt.
„Goethe und die Heilkunde“ (bis 23. August): Goethe-Museum, Schloss Jägerhof, Jacobistraße 2, Düsseldorf,
Di.–Fr. und So. 11–17, Sa. 13–17 Uhr
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