ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2009Vorgehen bei Verdacht auf Influenza

MEDIZINREPORT

Vorgehen bei Verdacht auf Influenza

Dtsch Arztebl 2009; 106(25): A-1290 / B-1100 / C-1072

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LNSLNS Wenn der Verdacht auf eine Infektion mit Influenza A/H1N1 besteht aufgrund der Symptomatik (akute, meist fieberhafte respiratorische Erkrankung), möglicherweise – aber nicht notwendig – einer Reiseanamnese oder bekannter Kontakte zu erkrankten Personen aus dem Umfeld, sollte der Arzt eine diagnostischen Abklärung in die Wege leiten. Unter Einhaltung der Arbeitsschutzmaßnahmen sollten mit je einem Tupfer aus

– dem Rachen (rechts und links der Uvula abstreichen)
– getrennt aus jedem Nasenloch

insgesamt drei Abstriche genommen werden. Stehen keine Tupfer für die Virusdiagnostik zur Verfügung, dann sollen die Abstriche mit trockenen sterilen Tupfern erfolgen (keine Abstrichröhrchen für die Bakteriendiagnostik verwenden) und in getrennte Röhrchen mit 1,5 ml NaCl überführt, der Stiel nicht zu kurz abgebrochen oder abgeschnitten und das Röhrchen fest verschlossen werden (Schraubverschluss). Virusdiagnostiktupfer werden erst später im Labor in 1,5 ml Medium/Puffer resuspendiert.

Für einen Influenza-(Antigen)-Schnelltest sollte einer der beiden Nasenabstriche eingesetzt werden. Hier wird empfohlen, den Abstrich direkt in den Schnelltest einzusetzen, um das ganze Material des Abstrichs für den Schnelltest zur Verfügung zu haben. Wenn dieser positiv auf Influenza A ist, so ist dies auf dem Meldeformular an das Gesundheitsamt zu vermerken. Ist der Abstrich positiv auf Influenza B, so ist der Fall lediglich beim Gesundheitsamt als (saisonale) Influenzaerkrankung zu melden. Bei Influenza-A-positivem oder -negativem Schnelltest sollen die Rachen- und die zweite Nasenabstrichprobe an ein Labor geschickt werden, das in der Lage ist, eine Diagnostik auf das neue Grippevirus A/H1N1 durchzuführen. Beim Versand ist auf die Einhaltung der Verpackungsrichtlinien für diagnostische Materialien der Risikogruppe 2 (Influenza) zu achten (Informationen unter www.rki.de, Rubrik: für Experten, sowie auf den Internetseiten der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin www.baua.de/ > Biologische Arbeitsstoffe).
Dr. rer. nat. Brunhilde Schweiger
Robert-Koch-Institut, Berlin

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