ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2009Patientensicht: Die Zeit ist reif für Strukturänderungen
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Zu diesem Artikel die Sichtweise einer Ärztin, die die Versorgung eines nahen Verwandten (Privatpatient, Wohnort im Rheinland) verfolgt hat, der nicht in einem Spitzenzentrum, sondern ambulant behandelt wurde: Ende September 2008 wurde beim Hausarzt der Verdacht auf ein Darmkarzinom geäußert und eine Darmspiegelung empfohlen. Es dauerte elf Wochen, bis schließlich nach Bestätigung der Diagnose Anfang November die erste Bestrahlung erfolgte. Im Rahmen der ambulanten kombinierten Strahlen-/Chemotherapie einschließlich Operation ergibt es sich, dass der Patient Praxen an verschiedenen Orten aufsuchen muss, oftmals an einem Tag zu zwei Terminen – als Schwerkranker, der hierdurch zusätzlich belastet wird. Völlig vergessen wird, was das persönliche Umfeld leisten muss, da der Patient schon wegen der zum Teil heftigen Nebenwirkungen nicht ganztags allein bleiben kann. Im vorliegenden Fall muss sich die berufstätige Ehefrau mehrere Monate beurlauben lassen und in dieser Zeit auf ihr Gehalt verzichten.

Als Fazit meine Vorschläge: Verkürzung der Zeit zwischen Diagnosestellung und Therapiebeginn. Einrichtung einer zentralen Anlaufstelle, die täglich (auch an Sonn- und Feiertagen) erreichbar ist und gleichzeitig auch kompetente Ansprechpartner zur Verfügung stellt, zum Beispiel im Fall von Nebenwirkungen und häuslichen Betreuungsschwierigkeiten. Unabdingbar ist meines Erachtens auch generell eine psychologische Betreuung, die das Umfeld miteinbezieht.

Abschließend möchte ich ausdrücklich erwähnen, dass alle an der Behandlung Beteiligten sicher ihr Bestes gegeben haben. Dennoch sollten grundsätzlich die vorhandenen Strukturen überdacht werden, um möglichst Änderungen zum Wohl der Patienten vorzunehmen.
Dr. Margula Pfeiffer, Winterberg 29, 51381 Leverkusen
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